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Langenfeld/Monheim
Jungen heißen Paul, Mädchen Sophie

Langenfeld/Monheim. In den Statistiken der Standesämter macht sich der Demographische Wandel bemerkbar. Von Dirk Neubauer

Wer sich traut, der traut sich; kein "Nein" in letzter Sekunde. Und die Ringe werden auch nicht vergessen. Da sind die angehenden Paare in der rheinischen Ebene anders als die in Hollywoods Drehbüchern. "Hinter uns liegt ein arbeitsreiches, aber ganz normales Jahr", bilanziert derjenige, der Geburten, Hochzeiten und Todesfälle in Langenfeld amtlich macht: Jochen Buff, Leiter des Standesamtes. Der demographische Wandel zeigte sich 2015 mit einer steigenden Zahl von Todesfällen. Und es gibt einen neuen Lieblingsvornamen für Jungen - dazu später mehr.

In Langenfeld starben 558 (Vorjahr 482, 2013: 407) Menschen. In Monheim waren es 211 (194). Hier schlägt sich in einer langsamen, aber stetigen Verschiebung der Zahlen nieder, dass das Durchschnittsalter der Gesellschaft stetig steigt.

Am schöneren Ende des Standesamtes - bei den Hochzeiten - stemmen sich junge Menschen mit aller Liebe und Entschlossenheit dem Trend entgegen. In Langenfeld blieb die Zahl der Eheschließungen nahezu unverändert: 251 Mal riefen zwei Menschen einander das "Ja" zu, 256 Hochzeiten waren es im Jahr zuvor. Anders in Monheim am Rhein: "Wir haben einen deutlichen Anstieg der Eheschließungen zu verzeichnen", freut die Standesbeamtin Ina Görlitz: 277 Trauungen bedeuten für Monheim einen Anstieg um knapp 40 Prozent. In Langenfeld wurden fünf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften geschlossen, in Monheim eine. Übrigens: Mehr als 80 Prozent der Ehepaare wollen noch den Eintrag ins Stammbuch, obwohl dies inzwischen kostenpflichtig ist.

Wer das Abenteuer einer lebenslangen Partnerschaft beginnt, möchte dies häufig nicht als Verwaltungsakt in einem nüchternen Rathaus durchführen. Langenfeld bietet das Freiherr-vom-Stein-Haus (24 Trauungen) und die Wasserburg Haus Graven (37 Trauungen) als würdig-romantische Alternativen an. "Wir bekommen regelmäßig Anfragen nach weiteren Wunschorten für eine Trauung", verrät Standesamtsleiter Jochen Buff. Manchmal haben die mit dem Hobby der angehenden Eheleute, dem Reiten, zu tun. Dennoch lehnt Buff mit Bedauern ab. Getreu dem Motto: "Wenn wir einmal damit anfangen..." Immerhin wurden drei im Ausland geschlossene Ehen in Langenfeld nachträglich beurkundet - Las Vegas? Der Beamte schweigt. 70 Mal ermächtigten die Langenfelder Standesbeamten die Eheschließung anderswo. Da ist oft die maltesische Hauptstadt Valletta im Spiel, als Heimathafen vieler Kreuzfahrtschiffe, auf denen Paare per Traumschiff-Hochzeit ins Eheglück schippern.

Die bodenständige Alternative dazu ist das Piwipper Böötchen mit immerhin zwölf Trauungen im Jahr 2015. Dabei geht es aber nicht minder abenteuerlich zu, wie einer Hochzeit auf hoher See: Erst wenn die GPS-Koordinaten mit dem Hoheitsgebiet des jeweiligen Standesbeamten übereinstimmen - Gretchenfrage an den vorehelichen Navigator: Dormagen oder Monheim - beginnt die eigentliche Zeremonie.

Geburten hatte Monheim - keine; seit dem Aus fürs Krankenhaus kommen die Babys in Leverkusen, Langenfeld oder Düsseldorf zur Welt und ins Bevölkerungsregister. Langenfeld meldet 468 (Vorjahr: 481) neue Mitbürger. Sind es Mädchen, heißen die mit hoher Wahrscheinlichkeit Sophie oder Marie, hilfsweise Luisa - das sind die drei beliebtesten Vornamen für Töchter. Söhne heißen Paul, Alexander oder Ben. Wobei "Paul" von Null auf Platz 1 dieser Hitparade sprang. Auf Platz vier: Milan - ebenfalls ein Neuzugang.

Quelle: RP
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