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Langenfeld
Kabarett in Langenfeld - auch 2018 springlebendig

Langenfeld: Kabarett in Langenfeld -  auch 2018 springlebendig
Jünter, Jötz und Jürgen, die lustigen Drei von WDR 2, gibt es jetzt auch live und in Farbe. Am 21. Januar improvisieren sie auf der Bühne am Winkelsweg. FOTO: WDR
Langenfeld. Die einen gehen zum Lachen in den Keller, die anderen in Schaustall oder Stadthalle. Bereits der Januar hat's in sich. Von Thomas Gutmann

Landtag, Bundestag, Krankenkassen-Parlament, Pfarrgemeinderat - ein Superwahljahr geht zu Ende. Wer vom Kreuzchenmachen immer noch nicht genug hat, für den sieht's - zumindest in Nordrhein-Westfalen - 2018 schlecht aus. Doch warum an den Strohhalm "Neuwahlen im Bund" klammern? Man könnte auch mal wieder in den Langenfelder Schaustall gehen. Dort geht es mit Volldampf ins neue Kabarettjahr. "Mit Volldampf" - so heißt das Programm, mit dem Jens Neutag am Samstag, 13. Januar, 20 Uhr, in der Kulturfabrik am Winkelsweg 38 gastiert. "Wer weiß, vielleicht findet man seinen Namen ja auch demnächst auf einem Wahlzettel wieder und Sie, das Publikum, transformieren zu seiner Wählerschaft", unkt das Team vom Schauplatz, der städtischen Kulturtochter. Denn Neutag will durchaus Einfluss nehmen: Der Um-die-40-Jährige hat nach eigenem Bekunden genug von Trump, Erdogan, Orban und anderen Rechtspopulisten, die er samt und sonders in einen Topf wirft. Der Schauplatz verspricht "Hochleistungskabarett", eine "messerscharfe Gegenwartsanalyse der Weltpolitik, gespickt mit Humor. Eintritt: 16 Euro im Vorverkauf, 18 Euro an der Abendkasse.

Übermorgen geht in Langenfeld das städtische Spanien-Jahr zu Ende. Für Sascha Korf leider zu früh, dabei ist der Action-Comedian eigentlich ein ganz Schneller. "Aus der Hüfte fertig, los!" heißt es am Freitag, 19. Januar, 20 Uhr, wenn der Stand-up-Komödiant seine Wortpatronen abfeuert. "Butch Cassidy, Wyatt Earp, Jesse James oder auch Billy the Kid konnten vielleicht noch schneller aus der Hüfte schießen, aber niemand kann schneller verbale Salven rausschleudern als Sascha", sagt Katja Früh vom Schauplatz-Team. Die Gründe für dieses Talent ortet sie im temperamentvollen Schnellsprechland Spanien, wo Korf zeitweilig aufwuchs, oder dass er als zweites von fünf Kindern flugs früh lernen musste, sich Gehör zu verschaffen. Der Schnellsprecher nimmt auf charmant-respektvoll-direkte Weise die Stimmung im Saal auf und wandelt sie um in witzige Begebenheiten. Eintritt: 16 und 18 Euro (VVK/AK).

Man möchte es angesichts der abgebuchten ÖRTV-Zwangegebühren kaum glauben, aber auch der WDR muss sparen. Und so hat er so findige Wertschöpfungsketten entdeckt wie "Moderatoren auf die Bühne". Zum Beispiel Jünter, Jötz und Jürgen von WDR 2. Die drei Welterklärer unterhalten am Samstag, 21. Januar, 20 Uhr, im Schaustall. In Copacabana live befassen sie sich nun auch außerhalb unseres Kofferradios (für die Jüngeren: Eures Handys) mit den großen Fragen der Menschheit. Ob es um stechende Insekten, männliche Kassiererinnen oder um die Frage geht, ob man einen Jogurt auf dem Weg zur Kasse essen darf - die drei selbsternannten Experten haben stets Endgültiges zu sagen. Was selbst Fans der Serie oft nicht wissen: Die Radiofolgen entstehen laut WDR in freier Assoziation und ganz ohne geschriebenen Text. Tobias Brodowy, Henning Bornemann und Uli Winters, die Köpfe hinter "Copacabana", setzen sich einfach ein Thema und schwadronieren in den Rollen ihrer Alter Egos drauflos. Aus den so entstandenen zirka acht Minuten wird dann die aktuelle Copacabana-Folge geschnitten.

_So geht es auch bei "Copacabana Live" ins Wunderland der improvisierten Komik, bei der die Protagonisten sich ebenso im freien Fall befinden wie das Publikum. "Wir erleben alberne Höhenflüge, hanebüchene Assoziationsketten, sehen aber vielleicht auch nicht ohne Schadenfreude dabei zu, wie die drei Alleswisser eine missglückte Theorie mit Karacho vor die Wand fahren", verspricht Katja Früh. Außerdem: einen Urlaubs-Dia-Vortrag von Jötz, einen Exkurs von Jürgen über eine zufällige Seite aus dem Quelle-Katalog und die - auch für ihn selbst - völlig überraschende Biografie von Jünter. Eintritt: 16 und 18 Euro (VVK/AK).

Die Liebe ist das Thema von Hagen Rether am Freitag, 26. Januar, 20 Uhr, in der Stadthalle, Hauptstraße 129. Der Mann hat laut Schauplatz-Team eindeutige Absichten, er "will dem Volk nicht aufs Maul schauen, sondern mehr hauen". Aua! Begonnen hat Hagen Rether, der jenseits des Tingeltangels auch etwas Ordentliches, nämlich Heilpraktiker, gelernt hat, seine Bühnenkarriere als Beisitzer beim Mediziner Stratmann. Irgendwann begann er mit eigenen Abenden, an denen er, "wenn es gut lief, vor fünf Leuten und einem Schäferhund" etwas am Klavier improvisierte und ab und an einen Kommentar gab. Mit der Zeit drehten sich der Sprach- und Spielanteil und aus ein paar Herumlungernden samt Heimtieren wurden Fans in vollen Hallen. Darum auch die Langenfelder Stadthalle. Die "Liebe", so hat der Vegetarier sein Programm benannt, ist eine ewige. Diesen Titel ändert er nie, aktualisiert aber die Texte. "Subversiv, böse, hintersinnig, klug, zynisch und alle anderen Worte, mit denen das Kabarett gemeinhin verbunden wird, treffen auf Hagen Rether zu und werden ihm doch nicht gerecht", sagt Katja Früh. Karten kosten 22 Euro im Vorverkauf und 25 Euro an der Abendkasse.

Den Schlusspunkt im Eröffnungsmonat 2018 setzt am Samstag, 27. Januar, 20 Uhr, David Kebe mit "Aha! Egal" im Schaustall. "Wenn man heutzutage ein junger, aufstrebender Komödiant ist, lernt man eines als allererstes: Kabarettisten, Humoristen, Comedians, Improvisations-Künstler und Parodisten sind out oder (neudeutsch) voll lame. Heute ist man ein Stand-up(er)", heißt es hierzu in der "Schaulust", dem maßgeblichen Langenfelder Kleinkunst-Organ. So auch David Kebe. Auftritte bei Nightwash, Switch reloaded oder Pussy Terror sind Pflichtübungen und die Vorstufe zum eigenen Bühnenprogramm. Wenn man dies nun alles beherzigt hat, trennt sich die Spreu vom Weizen, und nur die, die wirklich Talent haben, können vor ihrem Publikum bestehen. "David Kebe hat all dies und ist wahrhaftig ein herausragendes Talent in dieser Szene", preist die "Schaulust" ihren Gast an. 2010 wurde Kebe für den Grimme-Preis in der Kategorie "Unterhaltung" nominiert. Eintritt: 16 und 18 Euro (VVK/AK).

Quelle: RP
 
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