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Kälte ist ihr Geschäft

Kälte ist ihr Geschäft
Firmenchef Simon Hamm (r.) und sein Mitarbeiter (Bild: Daniel Hafke) haben die Kältetechnik im Griff. FOTO: rm-
Monheim. Die Monheimer Hamm Energietechnische Anlagen GmbH ist auf Kältetechnik spezialisiert. Sie hat namhafte Kunden. Von Martin Mönikes

Auch wenn wir uns über die aktuellen Frühlingstemperaturen freuen: "Der Bedarf an Kälte ist riesig", erklärt Simon Hamm (37), Geschäftsführer und Inhaber der Firma Hamm. Das Monheimer Unternehmen befasst sich seit mehr als 30 Jahren mit Kältetechnik. "Jeder Produktionsprozess erzeugt Wärme, die Lebensmittel-Nahrungskette wäre ohne Kühlung nicht denkbar, alle EDV-Räume müssen gekühlt werden", nennt der Firmenchef drei Beispiele.

Der gelernte Kälteanlagenbauer hatte mit 23 Jahren seinen Meister gemacht. Dann stieg er in das in Leverkusen Hitdorf gegründete, elterliche Geschäft ein. Seit 2001 ist der 37-Jährige Teilhaber, 2011 übernahm er die alleinige Geschäftsführung, 2013 erfolgte der Umzug nach Monheim an den Standort Am Wald.

Der Wechsel in größere Räume war einmal der näher rückenden Wohnbebauung in Hitdorf geschuldet, aber vor allem der gewaltigen Expansion. "In den letzten fünf Jahren wurden Umsatz und Mitarbeiterzahl fast verdoppelt", bestätigt Prokurist Dirk Waechter.

Hamm Junior und Waechter passten damals nach eigenen Angaben Kunden und Produkte den Erfordernissen des Marktes an. Gezielt habe sich das Unternehmen komplexen Industrieanlagen gewidmet. "Wir suchten bewusst größere Herausforderungen", sagt Hamm. Die vom kleinen Betrieb bekannte Qualität sei gehalten worden, intensives Netzwerken in dem übersichtlichen (exotischen) Markt gehörte dazu. "Die großen Planungsbüros kennen uns".

Heute gehören Großunternehmen wie Uniferm, Lanxess oder Deutsche Bank zu den Kunden. Besondere Freude empfinden die fußballinteressierten Herren Hamm und Waechter an der Arbeit im entstehenden DFB-Museum in Dortmund und der Deutschen Sporthochschule in Köln. Die Kunden sitzen sogar in Hamburg, Frankfurt oder Stuttgart, wobei Schwerpunkt für die mehr als 20 Monteure und aktuell sechs Azubis noch immer die Region ist.

Teamarbeit ist Hamm nach eigenen Worten wichtig. Fast alle Mitarbeiter sind mehr als zehn Jahre im Betrieb, und es wird gezielt ausgebildet. "Nur so können wir langfristig qualifiziertes Personal einsetzen, unsere Maßnahme gegen den befürchteten Fachkräftemangel."

Wer ein kältetechnisches Problem hat, erhält laut Hamm "das Rundum-Paket: ganzheitliche Planung, fachgerechten Bau, Betreuung und Wartung der fertigen Anlage, einschließlich 24-Stunden-Notdienst". Der Inhaber liebt, wie er sagt, Herausforderungen. Er sei ein "Tüftler", der von der Grundlagenermittlung bis zur Durchdringung von Produktionsprozessen Details klärt, um individuelle Lösungen anzubieten.

An drei Computer-Arbeitsplätzen mit spezieller Technik entstehen die fertigen Planungen. Produziert wird in Monheim nicht. Die notwendigen Komponenten für die fertige Anlage werden jeweils von unterschiedlichen Herstellern weltweit bezogen.

Energierückgewinnung ist ein großes Thema. "Kühlen ist Energietransport", weist der 37-Jährige auf physikalische Grundsätze hin. Wenn es durch geschickte Planung gelingt, die bei der Kühlung erzeugte Wärme nicht nur in die Luft zu pusten, sondern (zusätzlich) zu nutzen, amortisieren sich auch mehrere zehntausend Euro teure Anlagen in absehbarer Zeit.

Jüngstes Beispiel hierfür ist nach Hamms Angaben eine Großküche, in der die durch nächtliche Kühlung erzeugte Wärme Wasser erwärmt. "Mit dem wird am nächsten Tag gekocht."

Quelle: RP
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