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Monheim
Kampfmittelräumdienst prüft am Rhein

Monheim: Kampfmittelräumdienst prüft am Rhein
Wenn die Fachleute des Kampfmittelräumdienstes da waren, geht es mit dem Bau des Anlegers weiter. FOTO: Ralph Matzerath
Monheim. Sie ragen haushoch aus dem Wasser. Die riesigen, massiven Dalben im Rhein, an denen in Monheim bei Rheinstrom-Kilometer 713 der neue Schiffsanleger montiert werden soll. Im Frühjahr wurde der grobe Zeitplan ausgegeben, dass der Anleger Anfang Juli fertig werden sollte. Von Sabine Schmitt

Dabei bleibt es auch - fast. Als nächster Schritt muss der Rhein am Anleger vertieft werden, sagt Andreas Apsel, Bereichsleiter Straßen und Kanäle. Dafür muss Kies verschoben werden. Bevor es damit weiter gehen kann, müssen aber erst noch die Experten von der Bezirksregierung kommen: Der Kampfmittelbeseitigungsdienst erscheint in der nächsten Woche mit einem Detektor und sucht nach Weltkriegsbomben - eine Sicherheitsmaßnahme, die Routine ist.

Das Gebiet um die frühere Raffinerie am Rhein war im Zweiten Weltkrieg schweren Bombardierungen ausgesetzt. Anfang Mai war unweit der Anlegestelle an der Kreuzung Rheinpromenade, Krischer- und Kapellenstraße bei Bauarbeiten eine Fünf-Zentner-Flieger-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft worden.

In einem Radius von 300 Metern rund um den Fundort hatten Anwohner ihre Häuser verlassen müssen. Während der Entschärfung durften auf dem Rhein keine Schiffe fahren, Busse fuhren Umleitungen. Anders als die Entschärfung im Mai bedeutet die jetzt anstehende Sondierung - so lange nichts gefunden wird - keine Einschränkung für Anwohner. Einen Teil der Prüfungen durfte die Stadt auch selber vergeben; sie sind schon abgeschlossen. Die Spezialfirma, die die Dalben ins Flussbett rammte, machte an den jeweiligen Standorten Probebohrungen, sagt Andreas Apsel. Dabei habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Alle Dalben konnten gesetzt werden. Sie sind jetzt bereit für die Schwimmkörper, die in Kürze aus einem Werk in Andernach über den Rhein nach Monheim geliefert und dann am kommenden Dienstag zwischen 7 und 14 Uhr gehoben und montiert werden - mit Hilfe eines riesigen 500-Tonnen-Kranes. Die Eröffnung des Anlegers sei für den 28. Juli geplant, heißt es bei der Stadt. Die Pläne für den Anleger hatten schon in der Vergangenheit über die Stadt hinaus immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. An dem großen Steg werden auch die ganz dicken Schiffe Halt machen können: bis zu 135 Meter lange Passagierschiffe. Das ist die Kategorie der größten Passagierschiffe, die auf dem Rhein unterwegs sind. Zu Schiffen, die so lang sind, gehören zum Beispiel Flusskreuzfahrt- und Charter-Schiffe. Gezielt an Reedereien vermarktet würde der Anleger in diesem Jahr allerdings noch nicht, hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann im April erklärt. Das solle erst dann passieren, wenn der Anleger fertig ist. Ein Anschluss des Anlegers an das Kanalsystem sei zwar unkompliziert möglich, aber bisher nicht vorgesehen, sagt Apsel. "Wir wollen erst sehen, ob überhaupt eine Nachfrage gibt." Nach bisherigen Recherchen gehe man davon aus, dass die meisten Schiffe keinen Anschluss ans Schmutzwasser benötigen; Schiffe dieser Größe hätten eine eigene Wasseraufbereitungsanlage an Bord.

Quelle: RP
 
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