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Karneval
Monheim zahlt 50.000 Euro für "fair gehandelte" Kamelle

Karneval 2018: Monheim zahlt 50.000 Euro für "fair gehandelte" Kamelle
Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt sammeln über einen von ihnen gegründeten Verein seit 20 Jahren für philippinische Kinder. FOTO: Stadt Monheim
Monheim. In Monheim wird bei den Karnevalszügen in diesem Jahr fair gehandelte Kamelle geworfen. So unterstützt die Stadt philippinische Familien. Für die Aktion gibt es unter anderem Lob von den Kölner "Tatort"-Kommissaren Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt.

Seit vier Jahren ist Monheim zertifizierte Fairtrade-Stadt. Um die damit verbundene Verantwortung auch in die hiesige Karnevalskultur zu integrieren, hat die Stadt erstmals alle Gruppen und Vereine, die an Karnevalszügen teilnehmen, mit "fair gehandeltem" Wurfmaterial ausgestattet. Die Pakete im Gesamtwert von über 50.000 Euro wurden vergangene Woche im Rahmen eines kleinen Festakts übergeben. "Wir sind zu Recht stolz auf unseren Karneval, auf unsere tollen Fuß- und Wagengruppen, auf unsere Sitzungen", betonte Bürgermeister Daniel Zimmermann bei der Übergabe der insgesamt 72.000 Täfelchen aus fair gehandelter Schokolade sowie 45.000 Tütchen mit Mango-Monkeys und doppelt so viel fair und vegan produzierten Fruchtgummi-Mischungen als Fliegenden Herzen.

"Unser Ziel für die Zukunft ist es, dass Monheims Vereine demnächst möglichst zehn Prozent ihres Budgets in faire Kamelle investieren", sagte Roland Pareik vom Verein "Jecke Fairsuchung", mit dem die Stadt kooperiert. Die mehr als 100 Abgesandten der Monheimer Fuß- und Wagengruppen lud er angesichts des reichlichen Materials "zum Kennenlernen, Probeschmecken und Probewerfen" ein, Monheim "zur Hauptstadt des fairen Karnevals zu machen."

Lob von den Promis

Promi-Lob gibt es von Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt. In einer Grußbotschaft erklärten die beiden Kölner "Tatort"-Kommissare: "Dass die Fairtrade-Stadt Monheim an ihre Vereine denkt und dabei bewusst auf fair gehandeltes Wurfmaterial - also auf echte Klasse anstelle von billiger Masse - setzt, finden wir vorbildlich." Die Schauspieler setzen sich über den Verein "Tatort - Straßen der Welt" für philippinische Kinder ein. Deren Eltern sollen ihnen ein geregeltes Schulleben ermöglichen können - durch Einkommen aus "fairem Mango-Anbau". Genau diese Mangos liefern laut Verein den Rohstoff für eines der Fruchtgummi-Produkte im Monheimer Kamelle-Sortiment.

Kinderzug-Organisatorin Inge Mohr, Veedelszoch-Leiter Peter von Jeger (Arbeitskreis Baumberger Karneval) und Gromoka-Vorstand Moritz Peters sind laut Stadt begeistert von der Spende aus Steuergeld. Einhelliger Tenor: Gerade für die vielen kleinen Fußgruppen aus Kitas oder Grundschulen sei das eine hochwillkommene Unterstützung. Denn auch die Budgets der Sponsoren seien endlich. Bürgermeister Zimmermann sagte, die von der Stadt finanzierte Kamelle sei eine "wertige Ergänzung" des ohnehin gekauften und gespendeten Wurfmaterials, kein Ersatz dafür. Denn der Monheimer Karneval sei Stadtmarketing im besten Sinne.

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Diesen Ball nahm Gromoka-Vorstandsmitglied Moritz Peters auf und erklärte: "Der Karneval ist wichtig, denn er gibt Heimat, ohne zu tümeln, ohne auszuschließen. Der Karneval verschafft Wurzeln, ohne dass Menschen mit anderen Wurzeln davon abgebunden werden. Kurzum: Der Karneval ist eine Einladung an alle Menschen, die guten Willens sind. Von daher sage ich: Es ist alternativlos, dass ihr uns weiter so unterstützt." Der Bürgermeister versprach weitere Fairtrade-Kamelle, mindestens für das nächste Jahr. Und 2018 werden wieder Monheimer Wagenbauer beim Düsseldorfer Großmeister Jaques Tilly auf Stadtkosten in die Wagenbauschule gehen können.

(elm)
 
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