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Weihnachts-Wissen (9)
Kerze und Flamme als Symbol

Langenfeld. Rituale und Bräuche sind aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Doch woher kommen Apfel, Nuss und Mandelkern? Experte Manfred Becker-Huberti erklärt, was es damit auf sich hat.

Ebenso wie das Fest der Auferstehung ist das Fest der Geburt Christi durch die Lichtsymbolik gekennzeichnet. Christus wird als Licht symbolisiert, das in die Dunkelheit kommt. Das Licht hatte in einer Zeit, als die Kerze der normale Lichtspender war, nicht nur die Bedeutung von Helligkeit, sondern symbolisch auch von Reinheit. Nach jüdischer Tradition steht das Kerzenlicht für Körper und Seele. Die Flamme ist die Seele, weil sie immer nach oben strebt. Kerze und Flamme versinnbildlichen den Menschen.

Die Begründung sehen die Juden im Buch der Sprüche 20, 27: Die Seele des Menschen (hebr. neschama, auch: Geist, Atem) sei als Licht des Herrn (hebr. ner, Lampe, Leuchte) zu verstehen. Die Symbolik der Kerze flackert zwischen Beleuchtung und Erleuchtung. Von hier versteht sich auch das christliche Kerzenopfer, das Aufstellen einer Kerze zur Verehrung Gottes oder eines Heiligen: Die Kerze steht für den Beter. Seine Verehrung richtet sich nach oben, an Gott. Und dabei verhält sie sich, wie ein Christ: Sie spendet anderen Licht und Wärme, dabei opfert sie sich selber auf, bis nichts mehr von ihr vorhanden ist. Im Zusammenhang mit dem Christbaum hat es eine besondere Sitte gegeben: Bevor der Baum abgeschmückt wurde - in den letzten Jahrzehnten um den 6. Januar - wurde bei den Baltendeutschen der Baum "ausgesungen", das heißt, man sang so lange Weihnachtslieder, bis die Kerzen abgebrannt waren. Eine Kerze löschte man rechtzeitig, um mit ihr im nächsten Jahr die Kerzen am neuen Baum anzuzünden.

Quelle: RP
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