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Monheim
Kinder entdecken das Radio

Monheim. Radio-Workshop in Monheim: Grundschüler nehmen sich gegenseitig auf und schneiden Töne in den Ferien. Von Christin Grawe

Ein Mädchen hat Kopfhörer auf und hält ein schwarzes Aufnahmegerät in der Hand. "Heute interviewe ich dich", sagt Aya (8) und fragt ihre Mitschülerin: "Wann hast du das letzte Mal Radio gehört?" Die Grundschüler der Ferienbetreuung am Lerchenweg beschäftigen sich gemeinsam mit der Medientrainerin Uta Schleiermacher eine Woche lang mit dem Medium Radio. Die Kinder der dritten und vierten Klasse schneiden Töne, nehmen sich auf und führen Interviews. Mit dem Projekt versucht Uta Schleiermacher ihnen das Radio näher zu bringen und sie an die journalistische Arbeit heranzuführen und sagt: "Ich versuche, sie für das Medium zu sensibilisieren. Gemeinsam hören wir, welche Töne es gibt und welche Musik gespielt wird."

Das Projekt entstand in Kooperation mit der Stadtbibliothek. "Wir sind durch eine Ausschreibung der Lernanstalt für Medien auf die Ferienprojekte aufmerksam geworden. Aber wir können es nur mit der finanziellen Unterstützung der Bibliothek durchführen", erzählt Birgit Ortner, Mitarbeiterin des offenen Ganztages. Auch Martin Führer, der Leiter der Bibliothek, freut sich, dass die Kinder zur Recherche in die Bibliothek kommen: "Wenn Kinder das erste Mal herkommen, haben sie oft eine gewisse Schwellenangst, aber durch das Projekt lernen sie die Räume der Bibliothek kennen." Sie können dort die Bücher durchforsten oder im Internet nach Informationen für ihren eigenen Radiobericht suchen. Der Leiter des offenen Ganztages am Lerchenweg, eine Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt Niederrhein, sagt: "Die Kinder können sich austoben und arbeiten selber wie kleine Redakteure."

Dazu gehört es auch, das Medium erst einmal kennenzulernen. So haben die Kinder sich gegenseitig mit einem Aufnahmegerät befragt und darüber gesprochen, wann und wie oft sie Radio hören. "Immer wenn ich im Auto sitze, frage ich Papa, ob er nicht das Radio anmachen kann. Die Lieder und die guten Nachrichten mag ich am liebsten", sagt Isha. Doch auch die Technik und die Tonschnittprogramme haben sie schon für sich entdeckt. "Wir haben Stimmen gehört und immer, wenn ein komisches Geräusch da war, haben wir das mit dem Computer abgeschnitten", erzählt Daniel und erklärt: "Das war gar nicht immer so einfach, nur diese eine Stelle herauszuschneiden." Jetzt wo die Kinder schon die Techniken und Methoden erlernt haben, geht es noch einen Schritt weiter: Sie machen ihren ersten eigenen Radiobericht. Und damit dieser gelingt, muss natürlich auch das Thema stimmen. Die Schüler entscheiden sich für die Stars und Sternchen der Musikbranche.

Und so recherchieren sie über Sido, Mark Forster oder Jennifer Lopez. "Wir reden über die Sängerin Ariana Grande und haben schon herausgefunden, woher sie kommt und wann sie Geburtstag hat", erzählt Isha (9). Auch die beiden Jungs Daniel (9) und Semih (8) sind begeistert. Sie würden am liebsten persönlich Sido das Aufnahmegerät entgegenstrecken und Fragen stellen: "Wenn ich ihn nur treffen könnte, ich würde sofort fragen, ob ich ein Interview mit ihm machen darf", sagt Semih lachend.

Das wird wohl noch eine Weile dauern, bis die Jungredakteure so weit sind. Dennoch: Für Daniel steht bereits jetzt schon fest: "So etwas will ich machen, wenn ich groß bin."

Quelle: RP
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