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Monheim
Kinder sammeln Müll im Wald

Monheim: Kinder sammeln Müll im Wald
Dreck-weg-Tag im Waldkindergarten Monheim: Suri (vorne) hilft mit Leon und Viola Joest. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Alle zwei Jahre räumt der Waldkindergarten in seinem Revier auf - säckeweise. Von Sandra Grünwald

Sorgsam in warme Kleidung gehüllt, mit dicken Stiefeln, warmen Jacken und Ski-Hosen, macht sich der kleine Trupp auf in den Wald. Ein Handwagen dient als Transportmittel für alles, was die Mitarbeiter, Eltern und Kinder des Waldkindergartens so aufsammeln. "Wir machen alle zwei Jahre eine Putzaktion", sagt Viola Joest vom Waldkindergarten an der Knipprather Straße. "Dann machen wir eine Grundreinigung von allen Plätzen, die wir mit den Kindern anlaufen."

Bei dieser Aktion wird alles eingesammelt, was Spaziergänger so fallengelassen haben oder das sonstwie in den Wald gekommen ist und dort nicht hingehört. Leere Einmachgläser, Werbezettel, Papier, aber auch Plastikverpackungen oder Taschentücher liegen am Wegesrand und im Gestrüpp. "Es wurde sogar schon mal ein altes Sofa gefunden", erzählt Viola Joest.

Zuerst geht es in das städtische Waldstück gegenüber des Waldkindergartens. Auch Tatjana Pastor ist mit Leon dabei. Der Dreijährige möchte mithelfen und hat extra eine Grillzange mitgebracht, um den Müll einzusammeln. "Ich finde es gut, die Plätze sauber zu halten, wo die Kinder hingehen", sagt Tatjana Pastor. Das sieht Susan Javed genauso, die mit ihrer Tochter Suri (4) zum ersten Mal an der Aktion teilnimmt. "Es fliegt sowieso viel zu viel Müll überall herum", bedauert sie. Suri geht noch nicht allzu lange in den Waldkindergarten. "Sie war vorher in einer großen Kita mit über 100 Kindern", erzählt Susan Javed, "da fühlte sie sich ein bisschen verloren." Das war auch einer der Gründe, warum Suri nun in den Waldkindergarten geht. Außerdem sei ihr wichtig, dass die Kinder eine Verbindung zur Natur bekämen, ein Gespür für die Jahreszeiten, für das Wetter, die Tiere und Pflanzen. "Wir gehen jeden Tag den Wald erkunden", sagt Viola Joest. Dann werden Tierspuren gelesen, Schaukeln gebaut, es wird geschnitzt und gesägt.

Ein Konzept, das auch die Einstellungen und Wünsche der Kinder formt. "Suri hat sich zu Weihnachten ein Schnitzmesser gewünscht", verrät Susan Javed. Die Natur zu schätzen, dazu gehört auch, sie sauber zu halten. So wandert der Trupp vom städtischen Waldstück hinüber zum Gebiet hinter dem Waldkindergarten. Stets den Blick am Boden, stets bereit, Bonbonpapier, Plastiktüten oder Flaschen aufzuheben. Am Ende sind einige blaue Säcke mit Müll gefüllt.

Quelle: RP
 
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