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Langenfeld/Monheim
Kinderärzte: Notdienst mindestens bis April

Langenfeld/Monheim. Laut Ärzteverein im Südkreis ist über die Zukunft der Notfallpraxis noch nicht endgültig entschieden.

Für Eltern, die ihre Kinder außerhalb der üblichen Praxiszeiten ärztlich behandeln lassen müssen, ist die Notfallpraxis am St.-Martinus-Krankenhaus in Richrath auch über den Januar hinaus die richtige Anlaufstelle. Darauf weist Holger Muscheid, Sprecher der Kinderärzte im Südkreis Mettmann hin. "Der Kinderärztliche Notdienst in Langenfeld wird mindestens bis zum 1. April weiterbetrieben. Der Dienstplan hierfür steht und wird auch eingehalten", reagierte der Langenfelder Mediziner gestern auf den RP-Bericht "Künftig kein Kinderärztlicher Notdienst mehr".

Wie es mit dem Notdienst ab April weitergeht, sei noch nicht entschieden, unterstreicht Muscheid. "Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hat zwar für ein Ende des Notdienstes votiert, aber wirksam werden kann die Entscheidung nur, wenn die Ärztekammer zustimmt." Die Kammer sei wie die Kreisstelle der Ärzteschaft gegen ein Ende des Notdienstes, betont der Sprecher der Kinderärzte. "Um zu einer Lösung zu kommen, haben wir jetzt das Ministerium eingeschaltet."

Mit seinen Fachkollegen im Südkreis werde er sich auch weiter für den Erhalt der Langenfelder Notfallpraxis einsetzen, sagt Muscheid. "Die größte kinderärztliche Notfallpraxis im Kreis Mettmann ist für 180.000 Einwohner zuständig und versorgt jährlich etwa 7000 Notfälle. Bei Wegfall der kinderärztlichen Notfallpraxis müssten die kranken Kinder an die Kliniken nach Düsseldorf oder Solingen, wo jetzt schon Wartezeiten zwischen zwei und vier Stunden bestehen", warnt der Kinderarzt. Dies sei für kranke Kinder und deren Eltern unzumutbar. Den Beschluss des KV-Vorstands, den Kinderärztlichen Notdienst in der Langenfelder Notfallpraxis einzustellen, nennt Muscheid "verantwortunglos".

Hans Peter Meuser vom hiesigen Ärzteverein widersprach gestern Befürchtungen, die Schließung der Hildener Notfallpraxis zum 31. Januar werde die Versorgung der Patienten mit Hausbesuchen beeinträchtigen. "Bei den Hausbesuchen ändert sich nichts", ist der Langenfelder Arzt überzeugt. Zudem wies er den Eindruck zurück, Stephan Oehmen, Klinikdirektor des Hildener St.-Josefs-Krakenhauses, habe sich vom Ärzteverein distanziert. Oehmen habe nicht gesagt, die vom Ärzteverein vorgebrachten rechtlichen Bedenken nicht nachvollziehen zu können, sondern vielmehr, diese nicht zu kennen.

(gut)
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