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Langenfeld/Monheim
Kirchen sind gegen mehr Einkaufssonntage

Langenfeld/Monheim. Ökumenischer Aktionskreis appelliert an beide Städte: Maximal je vier Termine pro Jahr reichen.

Der Aktionskreis "Ohne Sonntag gibt's nur noch Werktage" wendet sich gegen die von der neuen Landesregierung geplante Verdopplung der Höchstzahl von verkaufsoffenen Sonntagen pro Jahr und Stadt auf acht. "Abgesehen davon, dass durch längere Ladenöffnungszeiten unterm Strich nicht mehr verkauft wird - jeder Euro kann schließlich nur einmal ausgegeben werden -, sind es vor allem die Frauen, die an diesen Sonntagen arbeiten müssen", sagte Franz Köchling, Sprecher des in Langenfeld und Monheim tätigen kirchlich-ökumenischen Aktionskreises.

Köchling appellierte an die Ratsleute und Verwaltungsspitzen beider Städte, es höchstens bei den bislang je vier verkaufsoffenen Sonntagen zu belassen. "Vor 125 Jahren wurde in Deutschland die Sonntagsarbeit - mit Ausnahmeregelungen - verboten. Dies wurde zu Recht als sozialer Fortschritt gepriesen. Umso bedenklicher ist es, dass heute der Sonntagsschutz mehr und mehr ausgehöhlt wird", sagte der Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung aus Baumberg.

Einzelhandelsverbände und auch die Citymanager beider Städte begrüßen hingegen die Liberalisierungspläne der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf. Wobei es den Wirtschaftsförderern in den Rathäusern weniger um eine Ausweitung der Shoppingsonntage geht als vielmehr um mehr Rechtssicherheit und Gestaltungsmöglichkeiten bei den bisher je vier verkaufsoffenen Sonntagen. Wegen der Pflichtbindung an zugkräftige Traditionsveranstaltungen sind in der Vergangenheit wiederholt Shoppingsonntage gerichtlich untersagt worden. Langenfeld und Monheim sind von Klagen durch die Gewerkschaft Verdi bislang verschont geblieben. In beiden Städte sind in diesem Jahr noch je zwei Sonntage verkaufsoffen: in Langenfeld am 1. Oktober und 3. Dezember, in Monheim am 5. November und 17. Dezember.

(gut)
 
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