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Langenfeld
Kirchengemeinde verabschiedet Pfarrer Heinemann

Langenfeld: Kirchengemeinde verabschiedet Pfarrer Heinemann
Auch viele Kinder und Jugendliche sagten Pfarrer Stefan Heinemann gestern in der Lukaskirche ade. FOTO: Miserius
Langenfeld. Der Weggang des Seelsorgers macht viele Richrather Protestanten betroffen. Seine Stelle wird nicht wieder besetzt. Von Martin Mönikes

Nach gerade mal dreieinhalb Jahren in Richrath verlässt Pfarrer Stefan Heinemann die evangelische Lukasgemeinde. In einem Familiengottesdienst mit anschließendem Empfang verabschiedeten sich gestern die Richrather Protestanten von dem beliebten Pfarrer und seiner Familie. Neben den Worten des Dankes und des Lobes war herauszuhören, dass Heinemanns Weggang nach so kurzer Amtszeit als "Schock" empfunden wurde. So nannte es Friedrich Frank, der Vorsitzende des Presbyteriums. "Wir ahnten, dass er hier nicht bis zur Pensionierung bleibt, aber wir hätten ihn gerne viel länger behalten". Bernd-Ekkehard Scholten vom Kirchenkreis Leverkusen, der mit Frank und im Beisein des - ebenfalls bald scheidenden - katholischen Dechanten Jürgen Rentrop die Entpflichtung Heinemanns vornahm, dankte ihm "für die Arbeit des Säens und die ersten Früchte". Als Beispiele nannte er die intensive Familienarbeit, das Tauffest am Richrather See oder die Ökumene-Brücke.

Bürgermeister Frank Schneider, selbst evangelisch, bedankte sich für den Schwung, den Heinemann - über Richrath hinaus - in die Familien- und Integrationsarbeit gebracht habe. Schneider erinnerte an die Kanzel-Rede von Politikern, die Heinemann initiiert hatte. Sie sei für ihn selbst eine besondere Herausforderung, aber auch ein Erlebnis gewesen, sagte der Bürgermeister.

Günther Piekarek von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) beschrieb den Pfarrer als "einen jungen Menschen mit neuen Ideen". Dechant Rentrop betonte, dass die in Langenfeld traditionell gute Ökumene durch Heinemann weiterentwickelt worden sei. Er selbst bedauere, "dass die Gemeinde nicht intensiver um den Verbleib Heinemanns gekämpft habe". Als Vertreterin seiner neuen Wirkungsstätte in Hennef sprach Presbyterien Dorothee Akstinat. Auf RP-Nachfrage, warum er die Gemeinde so schnell wieder verlasse, äußerte sich Heinemann eher allgemein. Pfarrerin Annegret Duffe aus Reusrath sagte diplomatisch: "Es scheint kaum vorstellbar, aber es gibt vielleicht Orte, die noch schöner sind ..." Viele Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Abschied, einige mit Tränen in den Augen.

Einen Nachfolger wird es nicht geben. Friedrich Frank teilte den Anwesenden den Beschluss des Presbyteriums mit. Mit der Stellenstreichung sieht die Gemeinde die Chance, die aus finanziellen Gründen notwendige Strukturreform schneller verwirklichen zu können.

Quelle: RP
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