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Monheim
Kleiderlager für Flüchtlinge platzt aus allen Nähten

Monheim: Kleiderlager für Flüchtlinge platzt aus allen Nähten
Ehrenamtlerinnen des DRK sortieren gespendete Textilien in der Kleiderkammer an der Grabenstraße. FOTO: Stadt/Jakobs
Monheim. Das DRK weiß nicht wohin mit den Textilien - so viel haben die Monheimer gespendet. Die Hotline bleibt geschaltet.

Nach wie vor ist die Spendenbereitschaft der Monheimer für die Flüchtlinge beeindruckend. 145 Menschen wurden kurzfristig in der Lieselott-Diem-Sporthalle in Baumberg untergebracht. Allerdings ist die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Grabenstraße inzwischen an ihre Grenzen gestoßen. "Es ist wirklich toll, wie viele Menschen helfen wollen. Aber wir müssen hier erst einmal alles sortieren. Danach kann selbstverständlich wieder gespendet werden", sagt Heike Ogon vom DRK. Sie appelliert an die Monheimer, Spenden noch kurze Zeit zu Hause zu behalten. "Sobald wir wieder Kapazitäten haben, melden wir uns. Das ist spätestens in zwei Wochen."

Spendenwillige Monheimer können aber weiterhin die Bürger-Hotline der Stadtverwaltung nutzen. Unter Telefon 02173 9514444 ist wochentags zu erfahren, wo Sachspenden sonst noch abgegeben werden können. E-Mail: fluechtlinge@monheim.de .

Fast täglich macht das Aktionsmobil der Stadt inzwischen an der Lieselott-Diem-Halle Station. Die mitgebrachten Spiel- und Sportgeräte dienen dabei nicht nur den Kindern, sondern auch den Erwachsenen als willkommene Abwechslung. Organisiert vom Ordnungsamt wohnten 16 Flüchtlinge im Rheinstadion auch dem Saisonauftakt des FC Monheim bei.

Heute wollen Bürger aus den Reihen der Facebook-Gruppe "Monheimer Urgesteine" am Nachmittag mit einem Eiswagen zur Diem-Sporthalle fahren, um Flüchtlingen samt ihren Helfern eine süße Abkühlung zu bringen. Vorab haben die Urgesteine zu einer Spende im Eiscafé "Al Faro" am Ernst-Reuter-Platz aufgerufen, um die Aktion zu finanzieren.

Unter den Flüchtlingen, die jetzt in Monheim sind, ist unter anderem auch ein syrischer Kinderarzt, der sich mit um die kleinen Patienten in der Halle kümmert, sowie ein Künstler-Ehepaar, ebenfalls aus Syrien, die in dieser Woche in ein Angebot der städtischen Kunstschule eingebunden wurden. Zum rasch aufgespannten sozialen Netz gehört seit Donnerstag ein freies WLAN-Funknetz. Die Verwaltung ließ auf dem Dach der Diem-Sporthalle einen weiteren städtischen Hotspot installieren, der auch bis zum Aldi-Parkplatz und ins Baumberger Einkaufszentrum reicht und allen Bürgern zur Verfügung steht. Für die Flüchtlinge ermöglicht er nun eine schnelle Verbindung in die oft unter schlimmen Umständen verlassene Heimat.

Auch mit den Schulen und Vereinen, die die Halle sonst nutzen, haben inzwischen erste Gespräche stattgefunden, wie die wegfallenden Hallenzeiten kompensiert werden können. "Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn wir noch nicht für alles eine Lösung haben", sagte Bereichsleiter Peter Heimann. Er war bei der großen Gesprächsrunde ebenso mit dabei wie Sportbüro-Leiter André Zierul und Reinhard Brasse vom Stadtsportverband.

(pc)
 
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