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Langenfeld
Klinik gedenkt Nazi-Opfer Gertrud Stockhausen

Langenfeld. Klarinettenklänge füllen den Raum, eine tragende Melodie, bedrückend. Klarinettist Bernd Spehl gestaltet den Auftakt zur Gedenkfeier der Langenfelder LVR-Klinik zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht diesmal eine Ermordete, über die man inzwischen dank der Forschungen einer jungen Frau viel mehr weiß als über andere Opfer der NS-Euthanasie. Insgesamt wurden im Dritten Reich ab 1941 etwa 200.000 behinderte und psychisch erkrankte Menschen umgebracht. Von Sophie Sprengel

Lisa Quernes (23), Preisträgerin des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, stellt ihre Recherchen über Gertrud Stockhausen vor. Die Mutter des später weltberühmten Komponisten Karlheinz Stockhausen war seit 1932 wegen einer schweren Psychose nach Geburt ihres dritten Kindes Patientin in der Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen, der heutigen LVR-Klinik.

In ihrem einstündigen Vortrag im Festsaal der Klinik berichtet Quernes von dem, was sie hat ausfindig machen können, unter anderem in Akten aus dem NS-Archiv der DDR-Staatssicherheit. Gertrud Stockhausen starb 1941 im Alter von 40 Jahren in der Tötungsanstalt Hadamar bei Limburg. Zum Schluss der bewegenden Schilderungen kommen nicht nur der Vortragenden die Tränen. Danach geht es zum Gedenkstein am Weg in Richtung Klinikkirche. Pfarrer Winfried Schwarzer trägt drei thematisch passende Gedichte vor. Anschließend wird ein Kranz niedergelegt. Zwei Pflegeschülerinnen verlesen die Namen von 24 Patienten aus den Transportlisten nach Hadamar. Währenddessen werden Kerzen aufgestellt. Das Mahnmal erinnert daran, dass allein von der Langenfelder Klinik aus mehr als 2000 Menschen "verschleppt und ermordet" wurden.

Quelle: RP
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