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Monheim
Klinik ohne Chirurgie

Monheim: Klinik ohne Chirurgie
Wehmut: Dr. Michael Frenken wird Monheim wohl verlassen. FOTO: RPO
Düsseldorf. Die Tage der chirurgischen Abteilung im Monheimer St. Josef-Krankenhaus sind offenbar gezählt. Kostengründe nennt der K-Plus-Verbund. Stattdessen soll eine neue Geriatrie den 105 Jahre alten Klinik-Standort sichern. Von Jörg Janssen

Paukenschlag im Monheimer Krankenhaus: Auf RP-Anfrage bestätigte der das Hospital betreibende K-plus-Verbund gestern Nachmittag, dass die komplette Chirurgie mit Chefarzt Dr. Michael Frenken an der Spitze voraussichtlich geschlossen werden soll. "Spätestens bis Ende 2010", benennt Martin Brüske, Chef des Fördervereins der Klinik, das noch verbleibende Zeitfenster.

"Werden uns wehren"

Für das traditionsreiche Monheimer Klinikum bildet die Chirurgie neben der Inneren das zweite Standbein. "Wer eins uns eins zusammenzählt, muss befürchten, dass es bei dem Aus für die Chirurgie nicht bleibt. Das werden viele Monheimer genauso wenig akzeptieren wie die wieder rückgängig gemachte Eingemeindung nach Düsseldorf in den 70er Jahren. Wir werden uns wehren", bringt Emil Drösser, auch Mitglied des Fördervereins, die Emotionen auf den Punkt. Grund für den Abschied von einer eigenen chirurgischen Abteilung ist eine immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Erlösen und Kosten. Kenner der Krankenhaus-Daten verorten diese Schere "im sechsstelligen Bereich, wenn nicht sogar in der Nähe siebenstelliger Euro-Summen".

"Wir wollen die St. Josef-Klinik als Krankenhaus und als Arbeitgeber erhalten. Zudem bleiben in Monheim neben der Inneren, die gerade eingeweihte Zentrale Notaufnahme und die Intensivstation erhalten", tritt K-plus-Geschäftsführer Klaus-Peter Fiege Spekulationen entgegen, die Kleinstadt-Klinik stehe möglicherweise mittelfristig vor dem Aus. Im Gegenteil: Das Haus an der Alten Schulstraße soll neben der weiter bestehenden "Inneren" eine neue geriatrische Abteilung, also einen auf Alterskrankheiten spezialisierten Bereich, erhalten. Durch die geplante Schließung des Elisabeth-Krankenhauses in Neviges im kommenden Herbst fehle bald ein solches Zentrum für Altersmedizin im gesamten Kreis Mettmann. Aus Sicht des Klinik-Verbundes ein zusätzliches Plus: Das direkt gegenüber entstehende, von der Unternehmer-Familie Schwarz-Schütte mit vier Millionen Euro geförderte St. Marien Altenheim (95 Appartements; Eröffnung: 2010) und die neue Geriatrie würden sich perfekt ergänzen.

Aufgewertet werden soll die Monheimer Klinik außerdem durch eine dort angesiedelte Praxis für Radiologie. "CT und MRT erscheinen denkbar. Dies wäre ein großer Gewinn", blickt Fördervereins-Boss Brüske nach vorn. Und auch Klaus-Peter Fiege stellt fest: "Ein solches Angebot fehlt bislang in Monheim." Doch damit nicht genug: Aktuell werden Fiege zufolge Gespräche mit chirurgischen Praxen geführt, um ambulante Operationen im Haus umsetzten zu können. Auch das therapeutische Angebot soll erweitert werden. K-plus-Geschäftsführerin Ute Knoop: "So kann an der Alten Schulstraße ein Gesundheitszentrum mit neuem Gesicht und erweitertem Angebot entstehen." FRAGE DES TAGES

Quelle: RP
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