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Langenfeld
"Kölnisch Wasser" riecht wie Frühling in Italien

Langenfeld. Im Duftmuseum im Kölner Farina-Haus sind 300 Jahre Geschichte des "Eau de Cologne" erlebbar. Von Ludmilla Hauser

Wie riecht eigentlich der Frühling in Italien? Nach "Bergnarzissen und Orangenblüten kurz nach dem Regen", stellte Johann Maria Farina vor mehr als 300 Jahren fest. Und auf jeden Fall besser als das Köln der damaligen Zeit. Während es heute in der Rheinmetropole öfter nach Abgasen riecht, schwängerten damals schwere Parfüms die Luft. Mit denen versuchten wohlhabende Kölner den eigenen Köpermief zu überzeichnen. Denn Waschen mit Wasser war damals pfui. Zu viel Angst hatten die Leute, sich übers Wasser anzustecken, etwa mit der Pest. Also gab's Puder und Parfüm statt Wasser und Seife. Johann Maria Farina, dem Italiener mit der feinen Nase, hat das wiederum ziemlich gestunken. Der Mann erfand das "Eau de Cologne", das "Kölnisch Wasser", einen leichten Duft, der ihn eben an seine Heimat erinnerte und der über die Jahrhunderte zum Dauerbrenner im Parfümregal wurde.

Dort, wo 1709 alles begann, im Farina-Haus gegenüber dem historischen Rathaus in der Altstadt, stellen die Nachfahren des Parfümeurs heute bereits in der achten Generation das "Eau de Cologne" her.

Und halten die Geschichte ihrer Familie und somit auch der Parfümherstellung im eigenen Duftmuseum lebendig. Richtig lebendig, denn manchmal zieht der weißperückte und Rüschenhemd tragende Johann Maria Farina selbst durch die älteste Parfümfabrik der Welt und erzählt seine duftende Geschichte.

Im historischen Gewand des beginnenden 18. Jahrhunderts steckt dann freilich ein Schauspieler, der bei den Kostümführungen für Kinder den Parfümeur mimt. Zu sehen ist dabei und bei den anderen Führungen im Kellergewölbe unter anderem ein Nachbau der Destille, mit der Farina an seinen Düften experimentierte. Zu riechen gibt es freilich auch jede Menge.

Dass die Familie so viel über die Jahrhunderte alte Farina-Geschichte erzählen kann, liegt auch an Johann Maria Farina, der schon vor 300 Jahren sehr sauber Buch geführt hat. Übrigens auch darüber, wer das Kölnisch Wasser auf seinen berühmten Leib gab, zum Beispiel die Kaiser aus Frankreich und Österreich.

Das Duft-Museum ist nur bei einer Führung erlebbar. Aber die gibt es fast täglich und in verschiedenen Sprachen, so etwa

am Samstag, 24. März. Infos/Adresse/Tickets: Farina-Haus, Obenmarspforten 21, 50667 Köln, Telefonna-haus.de

Quelle: RP
 
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