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Monheim
Kopernikusschüler sammeln Müll am Rhein

Monheim. Die "Plastikpiraten" ist ein Projekt von "Wissenschaftsjahr 2016/17 - Meere und Ozeane" und Bildungsministerium.

Etwas angewidert und sichtbar empört über den Müll sammeln die drei Schüler der Kopernikus-Realschule Unrat am Ufer des Rheins in der Nähe des Kanu- und Rudersteigers in Monheim. Der Rhein hat Niedrigwasser, so dass für Felix, Iain und Joshua viel zu tun ist. Sie sammeln die Übereste von einem Gelage am Rhein auf. Wer den Müll dort liegen lassen hat? Irgendjemand. Fremde. Leute, die keine Ahnung davon haben, was die Hinterlassenschaften für die Umwelt bedeuten. Weiter hinten, an den Buhnen, tummelt sich eine weitere Schülergruppe. Als freiwillige Biologen fischen sie im Rhein mit einem speziellen Netz, um Mikroplastik im Rhein aufzuspüren. Und noch eine andere Gruppe bestimmt die Pflanzen in Ufernähe und die Fließgeschwindigkeit des Rheins.

Was die etwa 15 Schüler der Langenfelder Realschule an einem Freitagnachmittag hier freiwillig tun, ist Teil einer bundesweiten Messreihe. Die "Plastikpiraten" ist ein Projekt von "Wissenschaftsjahr 2016/17 - Meere und Ozeane", dahinter stecken unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Konsortium Deutsche Meeresforschung. Das Ziel: stärker für das Problem der Belastung durch Plastikmüll in und an fließenden Gewässern zu sensibilisieren. Denn es ist ja so: Unsere Bäche, Flüsse und Ströme bringen neben Wasser auch Plastikmüll in die Meere und Ozeane. Dabei handelt es sich um Makroplastik, wie zerfetzte Plastiktüten, scharfkantige Joghurtbecher oder verknotete Kunststoffschnüre und Mikroplastik: Kleinstpartikel, die wir kaum noch wahrnehmen können. Im Meer gefährdet dieser Müll Tiere und gelangt in die marine Nahrungskette. So steht es auf der Internetseite der Plastikpiraten. Die teilnehmenden Schüler haben das verstanden.

"Ich mache mit, weil es wichtig für die Umwelt ist. Sonst geht die Welt kaputt in Zukunft, " sagt Iain und hält dabei Ausschau nach dem nächsten Müllhaufen. Biologielehrerin Nadine Wittwer sagt: "Die Aktion bietet die Möglichkeit, den Gedanken des Umweltschutzes jungen Menschen näher zu bringen und dabei fundiert wissenschaftlich zu arbeiten". Das Thema passe gut zum Biologieunterricht, der sich mit Ökosystemen wie Fluss und Meer beschäftigt und schule außerdem wissenschaftliche Arbeitsweisen wie genaues Beobachten und Protokollieren.

Bis zum 18. November werden Jugendliche selbst zu Forschern, um die Resultate in einer digitalen Karte zu dokumentieren. Die Ergebnisse werden anschließend von der Kieler Forschungswerkstatt wissenschaftlich ausgewertet. Das Schülerlabor ist Partner der Aktion und wird unterstützt vom Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft". Tatsächlich waren die Ergebnisse überraschend: Obwohl erwartet, ist nichts ins Netz gegangen. Dafür war so viel am Ufer, dass die Forschergruppe säckeweise Müll gefunden hat, so dass alle sich einig waren, auch Zonen zu reinigen, die nicht im Projekt vorgesehen waren. Zumindest bei den Teilnehmern der Aktion kann man daher sagen: Ziel erreicht.

(bine)
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