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Langenfeld
Kran holt 3,6-Tonnen-Spiralen aus der Kloake

Langenfeld: Kran holt 3,6-Tonnen-Spiralen aus der Kloake
Großes Gerät, und deshalb was für große Jungs: Gestern holte ein Kran mit Maximallast 65 Tonnen riesige Förderschnecken aus Langforts Untergrund. FOTO: rm-
Langenfeld. Die 40 Jahre alten Förderschnecken des Abwasser-Pumpwerks Langfort werden durch neue ersetzt. Von Thomas Gutmann

Die gut ein Dutzend Männer - Ingenieure, Kranführer, Kanal- und Bauarbeiter -, die sich an diesem Freitagvormittag am Schmutzwasser-Pumpwerk Langfort versammelt haben, sind sich einig: Die beiden riesigen Förderschnecken haben einen heftigen Job hinter sich. 40 Jahre wortwörtlich in der Kloake liegen und sich nahezu ständig um die eigene Achse drehen - das muss reichen. Gestern wurden die beiden 13 Meter langen Stahlspiralen mit 1,20 Meter Durchmesser von einem 48-Tonnen-Kran aus ihrem unterirdischen Betontrog gehoben. Auseinandergenommen und auf einem Schrottplatz in Pulheim zwischengelagert, wird ihr eingeschmolzener Stahl in neuer Gestalt Wiederverwendung finden, vielleicht in Autos oder womöglich als kleine Förderschnecke auf einem Wasserspielplatz.

"Die neuen Schnecken sollen im August montiert werden und im November in Betrieb gehen", sagt Volker Ritzmann vom städtischen Tiefbauamt. Bis dahin wird das Schmutzwasser weiter eine Umleitung nehmen, durch Stahlrohre und Elektropumpen gleich nebenan. Es gibt eine Handvoll solcher Pumpwerke in Langenfeld. Sie befördern das Schmutzwasser - Fäkalien aus Haushalten ebenso wie gewerbliche Abwässer - auf ein höheres Niveau, damit die Kloake Fahrt aufnehmen kann auf ihrem Weg leicht abwärts durch die Kanäle in Richtung Kläranlage in Monheim.

Beim Pumpwerk am Alten Broich in Langfort sind es etwa sechs Meter, die das Schmutzwasser hochbefördert wird. Bis zu etwa 100 Liter gehen hier pro Sekunde durch, von 20.000 der insgesamt 59.000 Einwohner Langenfelds. Die beiden schräg liegenden Schnecken, jede 3,6 Tonnen schwer, sind abgenutzt. Zudem war bei einer das Fußlager kaputt. Deshalb wird die Anlage nun für 1,4 Millionen Euro erneuert.

Dabei werden nicht nur die Spiralen und ihre Antriebsmotoren ausgetauscht, sondern auch die Betonflächen saniert. "Außerdem installieren wir eine neue Belüftungsanlage", erklärt Niels Barbosa, Bauleiter vom beauftragten Unternehmen Hochtief. Für die Anwohner soll es künftig dank moderner Filtertechnik nicht mehr müffeln. Weil die neuen Schnecken aufgrund von Lastentkopplung weit weniger Vibrationen erzeugen als ihre Vorgängerinnen, wird sich laut Tiefbauamt auch die Lärmbelästigung verringern. Insgesamt umfasst das Kanalnetz der Stadt nach deren Angaben rund 400 Kilometer - die Hälfte davon für Schmutz-, die andere für Regenwasser. Kanalfachmann Ritzmann geht davon aus, dass die neuen Langforter Förderschnecken noch länger halten werden als die alten: "Auf 50 Jahre Lebenszeit dürften sie es sicher bringen."

Quelle: RP
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