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Monheim
Krankenhaus: Brandschutztechnik wurde ausgebaut

Monheim. Das zum Abriss vorgesehene Gebäude eignet sich laut Kirche nun doch nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen. Von D. Schmidt-Elmendorff

Haben sich während der 110 Jahre, in denen das Gebäude an der Alten Schulstraße als Krankenhaus diente, Patienten, Krankenhauspersonal und Besucher "in höchster Lebensgefahr befunden, weil der Brandschutz nicht gesichert war?", fragt sich RP-Leser Ernst Burandt, nachdem er gelesen hatte, dass allein für den Brandschutz 250 000 Euro ausgegeben werden müssten, um das Krankenhaus als Flüchtlingsunterkunft herzurichten. Er hält dies daher für einen "vorgeschobenen Grund, weil die katholische Kirche lieber heute als morgen das alte Krankenhaus anderweitig nutzen" wolle. Spekulationen wie diese haben nunmehr Bernd Wehner, den stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands, dazu bewegt, nochmals die Haltung der katholischen Kirchengemeinde zu erläutern: Grundsätzlich sperre sich die Gemeinde - schon aus ihrem christlichen Selbstverständnis heraus - nicht gegen eine solche Nutzung. Allerdings könne sie nur mittelbar über die mögliche weitere Nutzung des Gebäudes bestimmen, schließlich habe sie das Krankenhausgrundstück mit dem darauf stehenden Gebäude 1999 im Wege des Erbbaurechts an den Kplus-Verbund übertragen, der sei also Eigentümer des Gebäudes.

Der Vorstand stimme aber Bürgermeister Daniel Zimmermann "uneingeschränkt" zu, der eine kurzfristige Nutzung wegen des enormen Sanierungsaufwandes für schlicht unmöglich hält. Schließlich stehe das Gebäude bereits seit über zwei Jahren leer. Und weil es zum Abriss vorgesehen ist, sei es nicht mehr instand gehalten worden.

Zimmermann hatte während der Informationsveranstaltung am Freitag mitgeteilt, dass das Gebäude schon allein aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Unterbringung von Menschen geeignet sei: Nicht nur seien Brandschutztüren ausgebaut worden, auch hätten Metalldiebe Versorgungsleitungen gestohlen, dazu kämen weitere bauliche Mängel. "Ich möchte nicht die Verantwortung dafür tragen, dass 150 Frauen, Männer und Kinder von uns in einem Gebäude untergebracht werden, das sich sicherheitstechnisch nur noch in einer Art Rohbauzustand befindet und in dem keinerlei Brandschutzstandards mehr erfüllt sind", so Bürgermeister Zimmermann.

Zum Thema Brandschutz führt Wehner weiter aus, dass 2012 im Rahmen einer Brandschau verschiedene Mängel festgestellt worden seien. Mit der Behebung sei zwar noch vor der Schließung begonnen worden, die erforderliche Sanierung sei aber nicht mehr zu Ende geführt worden, nachdem feststand, dass das Krankenhaus geschlossen werden würde. Er bestätigt, dass nach der Schließung Teile der Brandschutztechnik wieder demontiert wurden. Insgesamt befinde sich das Krankenhausgebäude daher in einem desolaten Zustand.

Quelle: RP
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