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Langenfeld
Kreative Langenfelder können auch klein

Langenfeld: Kreative Langenfelder können auch klein
FOTO: Elke Strate
Langenfeld. Mit ihrem weniger weihnachtlichen Thema "Kunterbunt" möchte die Künstlergruppe "Falter" möglichst viele Besucher in der dunklen Jahreszeit für die Vielfalt der Kunst begeistern. Von Sophie Sprengel

Die Weihnachtsausstellung im ersten Obergeschoss des Langenfelder Marktkarrees an der Solinger Straße ist eröffnet. Für die 14 Künstler ist es die 19. Ausstellung in nur zwei Jahren und bisher hat es jedes Mal ein komplett neues, individuelles Thema gegeben, dem sich alle ausgestellten Werke zuordnen ließen. So auch jetzt, das neue Motto für die Weihnachtszeit lautet "Kunterbunte Kunst". Dazu werden viele verschiedene, kleine Formate zu erschwinglichen Preisen angeboten, die sich alle in Technik, Farbwahl und Stil unterscheiden.

",Kunterbunt' meint nämlich nicht nur das Verwenden vieler Farben, sondern vielmehr auch die Unterschiedlichkeit und Vielfalt der Werke", erklärt Reinhard Frotscher. Die Gruppe wolle zeigen, wie verschieden Kunst sein kann, wie unterschiedlich Bilder aussehen können und welche Spielräume es gibt, um verschiedene Effekte zu erzielen.

Künstlerin Uschi Gehrling beispielsweise hat für ihre Bilder eine besondere Transfer-Druck-Technik angewendet. Dabei druckt sie mehrere Motive einzeln auf Chinapapier und legt sie später so übereinander, dass das Bild einer Collage entsteht. Als Motiv hat sie eine Balletttänzerin ausgewählt und durch das Übereinanderlegen wirkt die Tänzerin aus schwarzer Druckfarbe besonders zart und fragil.

Grafiker Herbert Marschlich hat sich etwas ganz Anderes ausgedacht. Seine Serie "Weltansichten" besteht aus einer Reihe von Aquarellen, die verschiedene Augen oder abstrakte Strukturen zeigen. Er möchte damit zum Ausdruck bringen, dass jeder aufgrund von Herkunft, Kultur oder Erfahrungen die Welt anders sieht und wahrnimmt. Ihm zufolge sei das sehr positiv, da wir so von anderen Weltansichten lernen und unsere eigene überdenken könnten.

Eine weitere Technik neben Druck und Aquarell ist Malen mit Wachs. Künstler Ralf Blech hat sich für diese ungewöhnliche Methode entschieden, da diese Werke problemlos Tausende von Jahren überstehen. Sie sind sehr haltbar und wasserfest. Seine Bilder sind sowohl futuristisch anmutend als auch abstrakt.

Kollegin Elke Andrea Strate hat ihren Fokus eher auf die Landschaft und deren Töne gerichtet. Im Gegensatz zu ihren früheren Bildern, die sich durch intensive Farben auszeichneten, hat sie nun versucht, eher helle und leichte Farben zu verwenden und die Natur sehr realistisch abzubilden. Mithilfe von verschiedenen Strukturen, Drucktechniken, sich wiederholenden Linien und stempelartigen Maltechniken habe sie eine Transparenz und Vielschichtigkeit erzeugen wollen, so Strate.

Diesen "Wandel" ihres Malstils habe sie vor allem den anderen Künstlern der Gruppe zu verdanken, da sie ständig von ihnen lerne und zu etwas Neuem angetrieben werde. "Das bringt mich unglaublich weiter", sagt sie. Das sei aber bei eigentlich allen Malern in ihrer Gruppe so. Auch Reinhard Frotscher ergänzt: "Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit in der Gruppe, wir helfen uns gegenseitig und lernen voneinander oder gemeinsam. Dadurch können wir uns ständig individuell weiterentwickeln."

Dazu zählen natürlich auch die anderen Kunstformen: Der bekannte Langenfelder Bildhauer Hartmut Hegener ist mit seinen Kunstwerken auch dabei - mit Skulpturen aus Stein, Metall oder Holz. Er hat den Langenfeldstein auf dem neuen Kreisverkehr an der B 8 geschaffen.

Claus-Peter Peters ist Literat und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Inhalte von Goethe und schwierige Themen wie Mystik oder Religion mit visuellen Mitteln wie Fotografien zu veranschaulichen und ihre Botschaften zu übermitteln. Das ist allerdings sehr schwere Kost, die durchaus zum Nachdenken anregt.

Quelle: RP
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