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Langenfeld/Monheim
Kreis Mettmann bündelt seine Förderschulen

Langenfeld/Monheim: Kreis Mettmann bündelt seine Förderschulen
Für ein Jahr Bestandteil der neuen Förderschulstruktur: der Standort Baumberg der Leo-Lionni-Schule. FOTO: rm-
Langenfeld/Monheim. Statt vieler kleiner Schulen für den Bereich Sonderpädagogik gibt es kreisweit nun vier große Förderzentren. Von Oliver Wiegand

Seit Montag ist der Kreis Mettmann neuer Träger von vier so genannten Förderschulzentren. Dort werden für Kinder die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung angeboten. Die Standorte liegen in Langenfeld und Monheim sowie in Ratingen, Velbert, Mettmann, Erkrath und Hilden. Die neuen Zentren waren nötig, weil die Landesregierung vor zwei Jahren das Schulrecht geändert hat. Für Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen wäre jetzt eine Mindestgröße von 144 Schülern erforderlich. "Da hätten wir viele Schulen dichtmachen müssen", sagte Landrat Thomas Hendele gestern bei der Vorstellung der neuen Förderzentren.

Hinzu kommt, dass der Inklusion eine immer größere Bedeutung zukommt. Etwa 40 Prozent der Kinder mit Lernbehinderungen, Verhaltensstörungen oder Sprachschwierigkeiten werden im Grundschulalter bereits an einer Regelschule unterrichtet. "Aber wir müssen auch ein Angebot vorhalten für Eltern, die ihr Kind nicht an einer Regelschule unterrichten lassen wollen", sagt Schuldezernentin Ulrike Haase. In den Förderschulen gibt es individuelle Betreuung und kleinere Klassen. Die vier neuen Zentren sind:

Förderzentrum Süd, derzeit noch an zwei Standorten in Monheim an der Krischerstraße 31 und an der Geschwister-Scholl-Straße 69 in Baumberg. Im Sommer 2017 wird der Standort in Baumberg aufgegeben und in Langenfeld das Schulgebäude am Fahlerweg 17 bezogen, das derzeit noch von der städtischen Gesamtschule genutzt wird. Die beiden Standorte sind für Schüler aus Langenfeld und Monheim zuständig.

Förderzentrum Nord, Hans-Böckler-Straße 25-27, Velbert (für Velbert und Heiligenhaus).

Förderzentrum West, Goethestraße 34 in Mettmann und am Thunesweg1a in Ratingen-Lintorf - für Schüler aus Wülfrath, Mettmann und Ratingen.

Förderzentrum Mitte, Lortzingstraße 1 in Hilden und am Rathelbecker Weg 25-27 in Erkrath - für Haan, Hilden und Erkrath. Das Förderzentrum verfügt zudem für einen befristeten Zeitraum über eine Dependance an der Otto-Hahn-Straße 6 in Hilden.

"Unser Ziel war, die Schüler so wohnortnah wie möglich zu beschulen", sagt Ulrike Haase. Lange Anfahrtswege sollen wegfallen, in Zukunft könne jedes Kind zu Fuß oder mit einem Schokoticket in die Schule fahren. Noch nicht komplett besetzt sind die Lehrerstellen. Grund: Es mangelt an ausgebildeten Sonderpädagogen. Ab November sollen einige ausgebildete Referendare zur Verfügung stehen.

In Mettmann wird die bisherige Sprachförderschule Am Peckhaus durch die Bildung der Förderzentren geschlossen. Es ist zwar noch eine Klage der betroffenen Eltern anhängig, doch die habe laut Landrat Hendele "keine aufschiebende Wirkung". De facto sei die Schule seit gestern abgeschafft. Eltern hatten mehr als 7000 Unterschriften für den Erhalt der Schule gesammelt. Das Grundstück soll vermutlich verkauft werden.

Quelle: RP
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