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Langenfeld
Kreis sucht Ärzte für Flüchtlinge

Langenfeld. Für den medizinischen Erstaufnahme-Check werden Fachkräfte benötigt.

Landrat Thomas Hendele hat gestern das Vorgehen der Bezirksregierung bei der Zuteilung von Flüchtlingen an den Kreis Mettmann kritisiert. Am Donnerstagvormittag sei der Kreis von der Bezirksregierung informiert worden, dass in einer kreiseigenen Einrichtung Platz für 300 Flüchtlinge zu schaffen sei. Diese soll bis mindestens Februar 2016 bestehen bleiben. Der Kreis setzte einen Stab zur Unterbringung der Flüchtlinge ein, der zusammen mit Firmen, dem DRK und THW das ganze Wochenende fieberhaft daran arbeitete, zwei Sporthallen in Mettmann rechtzeitig herzurichten. "Dabei wurde der bestehende Zeitdruck mehrfach erhöht, da im Laufe des Wochenendes mehrmals Meldungen der Bezirksregierung eingingen, denen zufolge das Eintreffen immer weiter vorverlegt wurde - schließlich auf Sonntagnachmittag gegen 16.30 Uhr."

Erst am Sonntag gegen 19.40 Uhr erreichte den bei der Kreisverwaltung eingerichteten Stab die Mitteilung der Bezirksregierung Arnsberg, dass erst am Montagmorgen mit der Ankunft der Flüchtlinge zu rechnen sei. Gegen 23 Uhr kam dann die Nachricht, dass die Busse mit den Flüchtlingen ab 0.30 Uhr in Mettmann eintreffen würden. Mittlerweile sind die Flüchtlinge von Sanitätern erstversorgt worden. Ein Flüchtling kann nicht mehr laufen. "Er ist 180 Kilometer zu Fuß gegangen", sagte Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Rudolf Lange. Eine Frau habe vor fünf Tagen ihr Kind auf der Flucht geboren. Beide sind ärztlich untersucht worden. Es gehe ihnen gut. Unter den Flüchtlingen sind auch 19 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren ohne Begleitung ihrer Eltern oder Erwachsener. Lange sucht noch Ärzte, die beim medizinischen Aufnahme-Check mitarbeiten. Info: Telefon 02104 99-3838.

Die Menschen werden registriert. Viele sind ohne Pass und Visum nach Deutschland gekommen. Die Flüchtlinge sollen 14 Tage bis drei Wochen bleiben und dann in andere Gemeinden gebracht werden.

(cz)
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