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Monheim
Kreisel: Stadt will Tempo senken

Monheim: Kreisel: Stadt will Tempo  senken
Zur besseren Ansicht klicken Sie bitte auf die Grafik. FOTO: Stadt Monheim
Monheim. Autofahrer sollen auf der Baumberger Chaussee künftig maximal 50 km/h fahren dürfen. Das sehen die Umbaupläne für die Einmündung Knipprather Straße vor. Von Thomas Gutmann

Die Baumberger Chaussee ist eine der größten Straßen in Monheim. Auf einer Länge von gut zweieinhalb Kilometern und mit einer stattlichen Breite verbindet sie die wichtigen Autobahn-Zubringer und Ost-West-Tangenten zwischen Baumberg und Berghausen im Norden sowie Monheim und Langenfeld im Süden. Künftig soll auf der Baumberger Chaussee, die auch zu vielen Gewerbebetrieben führt, Tempo 50 gelten statt wie bisher Tempo 70. So steht es einer Vorlage der städtischen Verkehrsplaner, über die der Fachausschuss des Rates am kommenden Donnerstag abstimmen wird (Beginn: 18 Uhr im Ratssaal).

Beschlossen werden soll die Umgestaltung der Kreuzung Baumberger Chaussee/Knipprather Straße zu einem Kreisverkehr. Und zwar nicht zu irgendeinem Kreisverkehr, sondern zu einem, der nicht nur den Autoverkehr aufnimmt, sondern auch den Radschnellweg, der laut Plan ab dem nächsten Jahr an der Baumberger Chaussee entstehen soll (siehe Info-Box).

Das ist auch einer der Gründe dafür, warum die Autofahrer auf den gesamten zweieinhalb Kilometern künftig nur noch maximal 50 km/h fahren dürfen sollen, sagt Andreas Apsel, Chefverkehrsplaner im Monheimer Rathaus: "Zu beiden Seiten der Baumberger Chaussee ist ein jeweils drei Meter breiter, vom Geheweg getrennter Einrichtungsradweg geplant. Damit wird die Fahrbahn für den Kraftverkehr kleiner."

Weitere Gründe für die Temporeduzierung sind laut Vorlage positive Auswirkungen auf die Sicherheit des künftigen Kreisverkehrs und die Lärmemissionen. Zudem - ergänzt Apsel - sei die Baumberger Chaussee nur deshalb so gut ausgebaut, weil sie einst als Teilstück einer überörtlichen Straße geplant war: "Diese sollte vom Hellerhofweg nach Leverkusen führen." Somit, so Apsels Folgerung, sei die Unvollendete als innerörtliche Verbindung einzustufen und für eine solche gelte in aller Regel maximal Tempo 50. "Bei etwa 600 Metern Strecke, auf denen die Herabsetzung des Tempolimits wirksam werden soll, stellt sich auch kein nennenswerter Verlust von Reisezeit ein", gibt der Chefplaner zu bedenken. Die Ratsfraktionen haben die Vorlage intern erst gestern Abend besprochen, halten sich deshalb mit Bewertungen zurück. Lisa Pientak, Vorsitzende der Peto-Mehrheitsfraktion, sieht beim Thema 50 km/h allerdings auch gar nicht unbedingt den Rat am Zug: "Entscheidungen über die Festsetzung von zulässigen Höchstgeschwindigkeiten trifft üblicherweise die Verwaltung, nicht der Rat." Markus Gronauer von der CDU sieht das anders, zumindest bei wichtigen Straßen. Und auch inhaltlich fällt es ihm schwer, sich mit Tempo 50 auf der Baumberger Chaussee anzufreunden: "Für mich ist das eine Entlastungsstraße. Auf der sollte zügig gefahren werden dürfen", äußert der Oppositionsführer seine "persönliche, mit der Fraktion noch nicht abgestimmte Meinung".

Gebaut werden soll der neue Kreisel schon ab Sommer/Herbst dieses Jahres. Als Bauzeit vorgesehen sind vier bis fünf Monate. Der Kreisel wird die Einmündung mit den mehr als 30 Jahre alten, störanfälligen Ampeln ersetzen. Für die veranschlagten Baukosten in Höhe von 440 000 Euro soll es einen Kreisverkehr mit 30 Meter Durchmesser und bepflanzter Mittelinsel geben. Für Fußgänger sind Zebrastreifen geplant. Die Passanten sind dem Entwurf nach gegenüber den Autofahrern bevorrechtigt - wie die Radler.

Für Diskussionen im Ausschuss dürfte neben der Tempolimit-Reduzierung auch die geplante Bushaltestelle ausgangs der Baumberger Chaussee sorgen: Die Busse an der Station "Ludwig-Richter-Weg" sollen auf der Fahrbahn halten, ein Überholen schon aus Sicherheitsgründen nicht möglich sein. "Eine Verstopfung des Verkehrsflusses entsteht allenfalls in den Köpfen", nimmt Verkehrsplaner Apsel etwaige Einwände vorweg: "Die Busse halten ja nur ein paar Sekunden."

Quelle: RP
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