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Langenfeld/Monheim
Kröten wandern jetzt über die Straßen

Langenfeld/Monheim: Kröten wandern jetzt über die Straßen
Langenfeld/Monheim. Die aus der Winterstarre erwachten Tiere suchen Laichgewässer. Landesbetrieb warnt Autofahrer vor Rutschgefahr. Von Petra Czyperek

Obwohl es bereits Mitte März ist, sind die Temperaturen immer noch winterlich kalt. Nur langsam hält der Frühling in unseren Breitengraden Einzug. Doch mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen Kröten, Molche und Frösche aus der Winterstarre, und sie machen sich auf die Wanderschaft. "Autofahrer müssen mancherorts mit erhöhter Rutschgefahr durch überfahrene Tiere rechnen", warnt Stephan Lamprecht vom Straßen-Landesbetrieb. An den bekannten Wegen der Kröten errichteten dessen Straßenmeistereien Warnschilder und stellen Krötenzäune sowie Sammelbehälter auf. Freiwillige Helfer tragen darin abends und früh morgens die Tiere über die Straßen.

Kröten suchen das Gewässer, in dem sie selbst geboren wurden. Dort legen sie ihre Eier ab. Für Autofahrer bedeute das, an allen Straßen, die die Amphibien auf ihrem Weg passieren müssen, aufzupassen. In Monheim und Langenfeld haben die Naturschützer bis dato noch keine Lurche auf dem Weg zu ihren Laichgewässern entdecken können, sagt Frank Gennes. Er ist Stadtbeauftragter des Naturschutzbundes (Nabu) in Monheim. Doch sobald das Thermometer weiter steigt, brechen Grasfrösche, Erdkröten und Bergmolche auf. Autos brauchen sie dabei in Monheim glücklicherweise nur in seltenen Fällen zu fürchten.

Im Mittel liegt der Höhepunkt der Amphibienwanderungen um den 20. März. Darauf könnte es auch 2016 hinauslaufen. Bereits in der Nacht zu Sonntag dürften sich laut Wetterprognose (6 bis 7 Grad) in den Flusstälern und geschützten Regionen Kröten, Frösche und Molche wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen.

In Monheim lebten sie am Waldrand, in der Nähe von Teichen und sogar in Wohngebieten, sagt der Naturpädagoge und Sozialarbeiter. "Und die Gewässer liegen nicht an großen Straßen." Im Knipprather Wald, direkt neben dem Baggerloch Hanke, hat beispielsweise die Erdkröte ihr Zuhause. "Der See ist eines unserer wichtigsten Reptiliengewässer", erläutert Gennes. Glücklicherweise gebe es dort keine Schnellstraße. Kröten überquerten aber den schmalen Weg zum Forsthof, den auch Autofahrer nutzen, die dort im Hofladen einkaufen gingen. "Einige Tiere werden so leider totgefahren", bedauert der Naturschützer.

Ein größeres Problem waren aber noch bis vor kurzem sechs Gullis entlang der Brücke im Knipprather Wald. Sie liegen in einer Senke, die die Kröten auf ihrer Wanderung nutzen. Regelmäßig holten die Naturschützer bis zu 40 Lurche aus einem Schacht. Im Jahr 2015 wurden die Deckel mit Gittern versehen - die retten seitdem viele Krötenleben.

In Langenfeld sei die Zahl der Amphibien stark zurück gegangen, sagt Holger Pieren (Biologische Station Haus Bürgel in Baumberg). Deshalb werde der Zaun parallel zum Segelflugplatz von der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände nicht mehr weiter betreut. Die verbliebenen Lurche hätten ihren Lebensraum rund um die Wasserburg Haus Graven und die Schwanenmühle. "Dort finden sie geeignete Wasserflächen", weiß der Diplom-Geograph. "Die Frösche bleiben aber weitgehend in ihrem Refugium."

Im so genannten Arten-Monitoring für die Deichöffnung in Urdenbach/Baumberg checken Mitarbeiter der Biologischen Station Haus Bürgel jetzt im Frühjahr, welche Amphibien dort vorkommen. "Wir prüfen den Bestand der Grasfrösche und insbesondere den des Kamm-Molches", erläutert Holger Pieren. Dafür werden Eimerfallen in die Stillgewässer entlang des Dammweges gelegt. Er ist gespannt, welche Ergebnisse die Untersuchung bringt.

Quelle: RP
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