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Langenfeld/Hilden
Künftig kein Kinderärztlicher Notdienst mehr

Langenfeld/Hilden. Ab 1. Februar betreibt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein die Notdienstpraxis in Langenfeld. "Mit dieser Entscheidung sichern wir die ambulante Notdienstversorgung in der Region an einem bekannten und gut erreichbaren Standort", sagt Vorsitzender Dr. med. Peter Potthoff. Das Engagement der KV Nordrhein war nötig geworden, weil der Ärzteverein Südkreis die Einrichtung an der Klosterstraße nicht über den Januar hinaus betreiben will. Allerdings wird es dort keinen Kinderärztlichen Notdienst mehr geben. Kinder können aber von den anderen Fachärzten versorgt werden. Für Eltern mit kranken Kindern stehen überdies die Notdienstpraxen in Düsseldorf oder Solingen bereit. Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider freut sich für die Bürger Langenfelds und des Südkreises, dass diese Form der ärztlichen Versorgung weiterhin gewährleistet wird. "Es hat sich aus meiner Sicht gelohnt, dass sich die Beteiligten zielorientiert mit dem Thema auseinandergesetzt haben", sagt er.

Für die Bürger aus Hilden verlängern sich jetzt allerdings die Anfahrtwege. Denn die ebenfalls vom Ärzteverein betriebene Notfallpraxis am St.-Josefs-Krankenhaus wird nicht über den 31. Januar hinaus bestehen bleiben. Dr. Stephan Oehmen, Ärztlicher Direktor der Hildener Klinik in Trägerschaft des Kplus-Verbundes, fürchtet jetzt, dass seine Klinik ähnlich wie andere Häuser ohne gesonderte Notfallpraxis von Patienten mit "medizinischen Kinkerlitzchen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit überrannt" wird. Die Wege dorthin seien ja durch jahrelange Praxis gebahnt. Die Ärzte der Notfallpraxis hätten sich als Filter, die eine bloße Prellung von einem Bruch unterscheiden konnten, sehr bewährt. Die angeblichen rechtlichen Probleme, die der Ärzteverein für die Betriebsaufgabe vorgibt, könne er nicht nachvollziehen.

KV-Vorsitzender Potthoff kündigt an, dass die KV im ambulanten Notdienst eine engere Kooperation mit den Kliniken anstrebt, die zunächst im Kreis Euskirchen erprobt wird. Bis zur Auswertung des Modellprojektes und einer Entscheidung der Vertreterversammlung seien in Hinblick auf die Standorte der Praxen keine Veränderungen zu erwarten.

(elm)
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