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Langenfeld
Künstler begeben sich in die Dunkelheit

Langenfeld. Mit der Ausstellung "Whisper In The Dark" zeigt die Künstlergruppe Falter bis Mitte November ihre düstere Seite. Von Dorian Audersch

Eine nackte Frau ist schemenhaft zu erkennen. Sie ist umgeben von wirren Linien, Farbkleksen sowie diffusen Mustern. Die Unbekleidete scheint verschlungen zu werden von ihrer Umgebung - und überdeckt. "Verführung" heißt das Bild von Monika Hüttenbügel, das derzeit im Obergeschoss des Markt-Karrees zu sehen ist. Es ist Teil der Ausstellung "Whisper In The Dark" der Künstlergruppe Falter. So düster wie der Name der Werkschau ist auch das abstrahierte Gemälde.

"Es geht um innere Zerissenheit, Trauer und andere dunkle Gefühle", sagt die Künslterin. Das Bild sei in einer Zeit entstanden, in der es ihr nicht besonders gut ging. "Ich war lange krank und habe mich nicht gut gefühlt. Diese Emotionen habe ich auch in den Bildern verarbeitet."

Inzwischen gehe es ihr wieder gut, betont die Langenfelderin, "aber das war eine schwierige Zeit - und das sieht man auch an den Bildern aus dieser Phase." Ebenfalls düster geht es bei Brigitta Heimsath zu, die leerstehende Häuser bei nacht auf die Leinwand gebannt hat. Meist handelt es sich um alte Gehöfte in Italien.

Die aufgetupfte Technik der Langenfelderin verleiht den beklemmend wirkenden bauten ein merkwürdiges inneres Leuchten. "Die Bilder sollen die Fantasie des Betrachters anregen", sagt sie. "Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie das Innenleben dieser Häuser aussehen mag, wer dort wie gewohnt hat und was dort passiert ist", findet sie - und tatsächlich entfalten die Gemälde eine fast schon morbide Stimmung.

Das gilt auch für die Werke von Elke Andrea Strate, die einmal mehr gekonnt komponierte Abstratkion zeigt. Auch sonst gibt es für Freunde der Dunkelheit viel zu entdecken. "Die Ausstellung ist als Kontrast zu den Vorwochen gedacht", sagt die Mitorganisatorin. Vorab lief in dem Ladenlokal im Markt-Karree eine Werkschau unter dem Titel "In The Summertime", bei der es betont farbenfroh und lebhaft zuging. Nun gehe es deutlich düsterer zu. Auch Surreales gibt es zu entdecken - zum Beispiel bei Eddi Andreas Bächer, der spannende Buntstiftzeichnungen zeigt, in denen es viel Spannendes zu sehen gibt. Bei Hartmut Hegener wird es hingegen dreidimensional. Der Steinmetz und Bildhauer zeigt Plastiken aus Holz und Stein. Ihm geht es weniger um Inhalt, als vielmehr um Ästhetik. "Ich will die Welt nicht verbessern, sondern verschönern - was ja wiederum auch eine Verbeserung wäre", sagt er. Seine und die Werke 14 weiterer Künstler sind bis Mitte November im Markt-Karree zu sehen.

Quelle: RP
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