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Langenfeld
Künstler zeigt zauberhafte Theaterchen

Langenfeld: Künstler zeigt zauberhafte Theaterchen
Wunderbare Bühnenwelten zeigt das Stadtmuseum noch bis Februar. Hella Sabrina Lange und Dirk Schmitt präsentieren die zauberhaften Theaterchen. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Der Künstler Dirk Schmitt zeigt im Stadtmuseum seine Sammlung nostalgischer Papier- und Schattentheater. Von Isabel Klaas

Wenn Dirk Schmitt seinen Schatz präsentiert, strahlt er. Sein Schatz, das sind Papier- und Figuren-Theater. 30 davon sind zurzeit im Stadtmuseum zu sehen. Das älteste stammt aus dem Jahr 1750, eine postkartengroße, dreidimensionale filigran gearbeitete Papierbühne des Herstellers Martin Engelbrecht, der damals sogar ein Patent auf so genannte Perspektiv-Theater hatte.

Dirk Schmitt ist selbst Künstler und seit 20 Jahren Dozent für Malerei an der hiesigen Volkshochschule. Da war es an der Zeit, dass der Kölner seine zauberhafte Sammlung den Langenfeldern vorstellt. Gemeinsam mit der Museumsleiterin Dr. Hella-Sabrina Lange und ihrem Team wurden die nostalgischen Kostbarkeiten ansprechend in Szene gesetzt.

Es gibt einen Raum speziell für asiatische Schattentheater, die auch zur Sammlung gehören und geheimnisvoll von hinten beleuchtet sind. Zu all den Steck-Theatern aus Sperrholz und Papier gibt es noch eine wunderbare Kollektion von Gemälden, die Dirk Schmitt selbst geschaffen hat. Und zwar nach Vorlage von alten Marionetten des Hänneschen-Theaters.

Marionetten und Bühnen haben ihn schon immer fasziniert, erzählt er. Geprägt von Jim Knopf, dem Lokomotiv-Führer, und Urmel aus dem Eis, vom Hasen Cäsar und Pan Tau habe er schon in frühester Kindheit aus den Bären auf der Dosenmilch-Banderole kleine Papiermarionetten gebastelt und versucht, seine Stofftiere an Fäden aufzuhängen wie Marionetten.

"Hier ist nur ein Bruchteil meiner Sammlung zu sehen", sagt er und zeigt auf die Miniatur-Kulissen von Aschenputtel, Hänsel und Gretel und Robinson Crusoe mit Freytag in einem exotischen Inselparadies zwischen Palmen, Schlingpflanzen und bunten Vögeln. Schmitt zeigt Papiertheater, die über 150 Jahre alt sind und nahezu unbeschadet zwei Weltkriege irgendwo auf einem Speicher überstanden haben. Bis er sie fand und zu neuem Glanz erweckte. Mit Liebe zum Detail hat er einige dezent restauriert, ohne ihren Ursprung zu verfälschen.

Die Theater zeugen von einer längst vergangenen Kindheit ohne Technik. Sie wurden als Spielzeug aus Ausschneidebögen gefertigt, die Bühnenprogrammen wie Zauberflöte, Faust oder Wilhelm Tell beilagen. So konnten Eltern für ihre Kinder nachspielen, was sie zuvor im Original gesehen hatten. Dabei wurde die Szenerie bis zum barocken Bühnenvorgang nachempfunden. Kerzen erhellten das Geschehen.

Neben diesen nostalgischen Stücken gibt es noch eine Menge alter Bekannter aus dem Marionettentheater zu bewundern. Den Kasper aus dem Hänneschen-Theater beispielsweise, den Tod mit seinem fleischlosen Kopf oder den Mohr im bunten Gewand. Es gibt Hänsel und Gretel sowie die Hexe als Fadenmarionetten aus dem 19. Jahrhundert, vor denen sich die Arthur und Simon (10 und 11 Jahre alt) die Nase platt drücken. Sie amüsieren sich über die hölzernen Armgelenke an den Fäden. In der Play-Station ist das alles viel perfekter dargestellt. Dennoch: Vor dem Anblick der Marionette, die den Tod verkörpert, schaudern die beiden Jungs ein bisschen. "Schon komisch hier", sagen sie, "aber interessant."

Freiherr-vom-Stein-Haus, bis 7. Februar, Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Eintritt frei.

Quelle: RP
 
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