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Langenfeld
Künstlergruppe Falter zeigt ihre Werke

Langenfeld. Im Marktkarre hat die Stadt den Kreativen einen Raum zur Verfügung gestellt - für Aktionen. Von Pascal Conrads

Ein Gitarrist spielt auf der Bühne zum ersten Mal in seinem Leben vor Publikum. Nicht alle hören zu: Manche stehen einfach vor den Wänden, andere unterhalten sich. Der Musiker spielt selbstbewusst weiter. Wenige Passanten kommen kurz rein und drehen noch in der Tür wieder um. Wer aber die Tür durchschreitet, bleibt erst einmal. Der Musiker ist Teil einer Gemeinschaftsausstellung der Künstlergruppe Falter. Im kostenlos zur Verfügung gestellten Geschäftsraum im Marktkarree hat die Gruppe den perfekten Standort gefunden, um "Kunst in den Einkaufsalltag zu integrieren" erklärt der Maler Reinhard Frotscher.

Kunst, Literatur und klassische Musik wirkten oft elitär, dadurch würden viele Menschen gar nicht erst versuchen sich mit diesen Bereich zu beschäftigen, meint Claus-Peter "Pepe" Peters. Peters beschäftigt sich mit Literatur, er schreibt und fotografiert. In der Ausstellung ist eine Installation von ihm über Goethe und Nietzsche zu sehen. Außerdem kann man auf Polstermöbeln einige seiner Bücher über Langenfeld lesen. Bibliotheksausweis unnötig.

Alles soll ungezwungen sein, es gibt keinen Eintritt, wer möchte, kann spenden. Auch für die Gruppe soll kein Zwang bestehen. Falter ist kein Verein, sondern ein loser Zusammenschluss. Eine Verpflichtung gehe man nicht ein, nur ein bisschen Engagement sei gewünscht, so Peters. Ein Beispiel für ein klassisches Falter-Mitglied ist die Künstlerin Tasmie, die sich auch immer wieder aus der Gruppe herauszieht, woanders hingeht, was anderes macht und zurückkommt, wenn ihr danach ist und so ist es auch gewollt, betonen Frotscher und seine Frau Marianne. Das Ehepaar gehört zum harten Kern der Gruppe Falter, und stellt seine freie Zeit in den Dienst der Kunstszene.

Einmal im Monat trifft sich die Gruppe, um über die nächsten Aktionen und Ausstellungen zu sprechen. Dabei sind die Kulturliebhaber gar nicht auf Langenfeld beschränkt. Die Kunstschauen in Solingen, Haan, Monheim und Mettmann laufen unter dem Label "Falter unterwegs". Dennoch ist die Heimat Langenfeld wichtig; man möchte Kulturorganisator in der Stadt sein und Kulturbotschafter außerhalb.

Um so unverständlicher ist für die Gruppe die geringe Aufmerksamkeit seitens der Stadtverwaltung, die sich selten bis gar nicht sehen lässt. Der Landrat sei einmal da gewesen, als eine mexikanische Gastgruppe ausgestellt habe, beschwert sich Frotscher. Falter sei eine bürgerliche Leistung für die Kultur der Stadt.

Quelle: RP
 
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