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Monheim
Künstlerin eröffnet Europawoche

Monheim: Künstlerin eröffnet Europawoche
Hélène Szumanski aus Monheims Partnerstadt Bourg-la-Reine malt impulsiv, während sie Musik hört. Im Rathaus sind jetzt 30 ihrer Werke zu sehen. FOTO: Verein
Monheim. Der Veranstaltungsreigen zu Frankreich startet mit einem Farbfeuerwerk. Im Beisein von Generalkonsul Muller referierte Historiker Thiemeyer über die Inszenierung von Versöhnung. Von Thomas Gutmann

Der Künstler habe sein Bild komponiert, heißt es manchmal. Bei Hélène Szumanski ist es wirklich so: Die Französin mit polnischen Wurzeln, die zur Europawoche im Monheimer Rathaus ausstellt, setzt Rythmen spontan in abstrakte Formen und Strukturen auf der Leinwand um. "Sie malt impulsiv, während sie Musik hört", erklärt Helmut Welsch, selbst Künstler und Mitglied des Monheimer Freundeskreises Bourg-la-Reine.

Szumanski kommt aus Monheims Partnerstadt. Sie hat nicht nur schon einmal in Monheim ausgestellt - 2008 bei der "PartArt" im Schelmenturm -, sondern unter anderem 2010 auch bei der Weltausstellung in Shanghai. Die Französin lässt Farben ineinander fließen, schabt sie stellenweise wieder weg, geht erneut ans Werk - dabei entstehen elegante Harmonien und auch kräftige Dissonanzen. "Nach eigener Aussage weiß sie nie im voraus, was auf dem Bild erscheint", sagt Künstlerkollege Welsch, der bei der Vernissage in ihr Werk einführte. Hélène Szumanski sei dann oft selbst überrascht über die Wirkung ihrer Malerei. "Monde abstrait" lautet der Titel der Schau. Im Obergeschoss des Rathauses sind bis zum kommenden Dienstag etwa 30 ihrer großformatigen Bilder zu sehen.

Vorsitzender Wolfgang Eicker (l.) und Leiter Carsten Wüster vom Männerchor, der zur Eröffnung sang. FOTO: Gutmann Thomas

Offiziell eröffnet wurde die Europawoche tags darauf im Bürgerhaus Baumberg. Der Männerchor Baumberg intonierte Beethovens und Schillers "Ode an die Freude" - Europas Hymne, die Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron bei seiner Amtseinführung vor dem Louvre spielen ließ. Das gefiel in Baumberg dem französischen Generalkonsul Vincent Muller: "Sie klingt nicht so martialisch wie die Marseillaise", meinte der Elsässer. Auch auf den "Chor der Schmiedegesellen" des Opern-Komponisten Albert Lortzing, den der Männerchor unter Einbezug eines Ambosses sang, nahm Muller ebenfalls Bezug, indem er an die "dramatische" deutsch-französische Geschichte erinnerte: "Überall auf der Welt würden sich die Aasgeier freuen, wenn wir (Europäer) scheiterten."

Bürgermeister Daniel Zimmermann dankte dem Veranstalter Europa-Union und ihrem Vorsitzenden Manfred Klein. Der wiederum begrüßte besonders euphorisch Monheims Ehrenbürgermeisterin Ingeborg Friebe (86), die in ihrer Kindheit noch erlebte, welchen Blutzoll die "Erbfeindschaft" Deutschen und Franzosen abverlangte.

Generalkonsul Vincent Muller (m.) im Gespräch mit Historiker Guido Thiemeyer (r.) und Manfred Klein (Europa-Union). FOTO: Gutmann Thomas

Wie daraus Freundschaft wurde, erläuterte anschließend Guido Thiemeyer. Mit Fotos von Adenauer und de Gaulle bis hin zu Merkel und Hollande illustrierte der Geschichtsprofessor der Düsseldorfer Heine-Uni, wie diese Freundschaft medial inszeniert wurde: über den Katholizismus als verbindendes Element, den Rhein als "europäischen Strom" und per symbolischer Verständigung "über den Gräbern" der Gefallenen.

Quelle: RP
 
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