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Langenfeld
Künstlerin zeigt eine seltene Farbenwelt

Langenfeld: Künstlerin zeigt eine seltene Farbenwelt
Die Düsseldorfer Künstlerin Vera Leutloff zeigt ihre durch Farbe und Komposition beeindruckenden Bilder in der Wasserburg Haus Graven. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Die Düsseldorferin Vera Leutloff stellt derzeit etwa 30 Werke in der Wasserburg Haus Graven aus.

Vera Leutloff sei in seinen Augen eine besondere Künstlerin, sagt Lothar Marienhagen. "Ich habe sie bei einer Ausstellung in Düsseldorf gesehen", berichtet der Vorsitzende des Fördervereins Wasserburg Haus Graven. Und ihm war sofort klar, dass sie auch in Wiescheid ausstellen sollte. "Ihre Farben - Öl auf Leinwand - haben mich beeindruckt." Marienhagen lud die Künstlerin ein, die sich die Wasserburg anschaute und spontan zusagte. Ihre Werke sind dort noch bis Anfang September zu sehen - jeweils am Wochenende oder nach Vereinbarung.

Als "Einzelgängerin" beschreibt Galerist Ralph Kleinsimlinghaus die Düsseldorferin. "Zumindest in der aktuellen Kunst", grenzt er ein. "Da sind zum Beispiel verschachtelte, tief in den Raum weisende geometrische Formen wie Röhren und Kreise, in serieller Anordnung wiederkehrende stilisierte Landschaften und Blätter, Streifenformationen und schachbrettartig angeordnete farbige Kuben", beschreibt er ihre Kunst in der Laudatio zur Ausstellungseröffnung. Unverkennbar seien auch ihre gestalterischen Elemente, oft mit intensiv leuchtenden Farben gemalt. Zu diesem Stil hat Vera Leutloff nach ihrem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf gefunden.

"Aureoline" ist der Titel der Ausstellung. Es ist aber auch der Name für eine alte, seltene Farbe, die einen gelben, lasierenden Glanzton erzeugt. Dass "Aureoline" auch als Bezeichnung für ein Bleichmittel fungiert, dass das Wort "Aureole" (Lichtkranz oder Heiligenschein) enthält, und sich vom Wortstamm des Wortes "aureus", dem lateinischen Begriff für "Gold" herleitet, ist für Vera Leutloff von großer Bedeutung.

Denn die Farbe "Aureoline" wird auch tatsächlich in ihren Bildern verwendet, wobei dieses Wort den assoziativen Zugang zur Malerei der Künstlerin eröffnet und leitet. So finden sich in Vera Leutloffs neuen Bildern weitere Titelgebungen, die bei den völlig abstrakten Formen ihrer Bilder konkrete, gegenständliche Assoziationsketten auslösen, als da wären: "Jagd, Tau, Tunis, Juli, Le Touquet Paris Plage, Mirage", erläutert der Galerist.

"Die Künstlerin", so Kleinsimlinghaus, "führt uns mit ihren Titelgebungen in eine eigene Phantasie- und Erlebniswelt, die sich teils aus der Erinnerung an Farberlebnisse speist, teils durch die Kraft und Intensität der von ihr verwendeten Farben ausgelöst wird."

Diese Intensität der Farben sei es, die sich von der Seherfahrung der heutigen Farbwelt, die aus den vier Grundfarben des Offsetdrucks und deren Mischungen bestimmt wird, bei Vera Leutloff deutlich abhebt. "Sie ist die Farbarchäologin, die uns die von uns vergessenen, wunderbaren Farben wieder vorführt, die einst die Seherfahrungen unseren Vorfahren darstellten." Aureoline sei eine von ihnen und mit Vera Leutloff gibt es noch viele von diesen zu entdecken.

Die Künstlerin, 1962 in Hamburg geboren, Wohnort Düsseldorf, hat so etwas wie ein Markenzeichen. Er ist auffallend, dieser einzelne Pinselstrich, dessen Farbe sich im Malprozess verändert und so ein weiteres Erkennungsmerkmal für Leutloffs Malerei ist.

(og)
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