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Langenfeld
Quadfahrer stirbt nach Unfall - Polizei rätselt über Ursache

Studie: Quad-Fahrer leben sehr gefährlich
Studie: Quad-Fahrer leben sehr gefährlich FOTO: dpa, Carsten Rehder
Langenfeld. Ein 62-jähriger Quadfahrer hat sich am Dienstag gegen 9.55 Uhr auf der Bergischen Landstraße in Langenfeld überschlagen. Er starb kurz darauf im Krankenhaus. "Niemand kann erklären, warum das passiert ist", erklärt die Polizei. 

Laut Zeugenaussagen war der Mann mit seinem Quad Triton 50R in Richtung Leichlingen unterwegs, als er in Höhe der BAB 542 aus bislang unbekannten Gründen die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Es überschlug sich auf der Fahrbahn und blieb auf einem angrenzenden Radweg stehen. Ersthelfer kümmerten sich um den verletzten Fahrer, der am Boden lag, und informierten die Rettung. Ein angeforderter Rettungshubschrauber landete zwar, nahm den Mann aber nicht auf. "Er war für diese Transportform nicht stabil genug, im Helikopter sind die Behandlungsmöglichkeiten begrenzter als im Rettungswagen", so Stephan Keusen von der Langenfelder Feuerwehr. Der Schwerverletzte starb dann, gegen Mittag, im Krankenhaus. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen des Unfalls. "Niemand kann erklären, warum das passiert ist. Wir ermitteln auch in medizinischer Richtung", so Polizeisprecherin Claudia Partha. Das schnittige Quad mit den Offroad-Reifen fährt nur 45 km/h.

"Ein Quad zu fahren, erfordert eine gewisse Übung, möglicherweise hat er es übersteuert", vermutet Ruth Pinder vom Quadcenter Leverkusen. "Schon bei einer kurzen Lenkbewegung schaukeln sich diese Fahrzeuge auf und kippen", sagt der Langenfelder Fahrlehrer Dietmar Grafweg. Die Fahrphysik sei anders als beim Motorrad, ein ruppiger Schlenker reiche und man überschlage sich - auch wegen des hohen Schwerpunktes. "Quads sind von Haus aus gefährlich."

Quads, die generell von allen Altersklassen gekauft würden, seien aber gerade bei 60-Jährigen beliebt, die sich auf zwei Rädern bei hohen Geschwindigkeiten unsicher fühlen oder nicht mehr so beweglich sind, sagt Ruth Pinder. Sie werden nicht nur als Spaßmobil für Offroad-Ausfahrten genutzt, sondern auch im Straßenverkehr als normales Fortbewegungsmittel. Einzige Sicherheitsvorschrift ist die Helmpflicht. Die Branche rechnet damit, dass künftig sehr schnelle Quads nicht mehr zugelassen werden, so Pinder.

(elm)
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