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Analyse
Langenfeld hat mehr Ein- als Auspendler

NRW im Mobilitätscheck: Das ist gut, das ist schlecht
NRW im Mobilitätscheck: Das ist gut, das ist schlecht
Langenfeld/Monheim. Nach der jetzt vorgelegten aktuellen Pendlerrechnung von IT.NRW arbeiten die meisten Berufstätigen außerhalb der eigenen Stadt. In Monheim hat sich innerhalb von drei Jahren der tägliche Auspendlerüberschuss deutlich verringert. Von Stephan Meisel

Langenfeld ist neben Ratingen eine von zwei Städten im Kreis Mettmann, in der mehr Auswärtige einen Arbeitsplatz haben als Einheimische in anderen Städten. Das geht aus der jetzt vorgelegten aktuellen Pendlerrechnung von IT.NRW (früher: Statistisches Landesamt) hervor, deren Zahlen sich auf das Jahr 2014 beziehen. Danach fahren täglich 23.787 Berufstätige zum Job nach Langenfeld, von wo aus umgekehrt 19.562 Einheimische zu ihrem Arbeitsplatz jenseits der Stadtgrenzen aufbrechen. Monheim hingegen hat - wie die übrigen sieben Städte im Kreisgebiet - mehr Auspendler (14.546) als Einpendler (11.083).

434.000 Menschen zogen 2014 nach NRW

Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider wertet den täglichen Einpendlerüberschuss von etwa 4000 Berufstätigen als positives Merkmal des eigenen Wirtschaftsstandorts, der an der Nahtstelle zwischen den Regionen Düsseldorf und Köln eben keine reine Schlafstadt ist. "Wir haben inzwischen dauerhaft über 26.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit stetig steigender Tendenz." Die allein auf Langenfeld bezogene Arbeitslosenquote von aktuell 5,0 Prozent gehöre zu den niedrigsten in NRW, und diese Marke wird, so Schneider, "von vielen Wirtschaftsexperten als Vollbeschäftigung bezeichnet".

Während Langenfeld im Vergleich zu 2011 den Einpendlerüberschuss von 3571 auf 4225 leicht erhöht hat, ist in Monheim in diesen drei Jahren der Auspendlerüberschuss deutlich zurückgegangen; von 5386 auf jetzt 3463. Darin spiegelt sich der durch ein deutliches Absenken des Gewerbesteuer-Hebesatzes angekurbelte Zuzug von Firmen nach Monheim wider, die der Gänselieselstadt seit 2012 nicht nicht nur satte Einnahmen beschert, sondern auch einen Zuwachs an Arbeitsstätten. Da die ohnehin in NRW am niedrigsten liegenden Gewerbesteuersätze in Monheim weiter gesenkt werden, dürfte der Trend anhalten. Ob und inwieweit sich kurzfristig die in beiden Städten entstehenden Wohngebiete, beziehungsweise Neuansiedlungen in den jeweiligen Gewerbegebieten auf die Pendlerströme auswirken werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Ob Wohn- und Arbeitsort identisch sind und sein sollen, hängt schließlich von vielen persönlichen Faktoren ab, die erst in der Summe ein Bild ergeben.

Ob mit Auto, S-Bahn, Bus, Motorrad oder Fahrrad: Wie die nach den amtlichen Zahlen angefertigte Grafik zeigt, ist Düsseldorf für berufliche Auspendler aus Langenfeld (5348) und Monheim (5026) das Hauptziel. Indes begegnen ihnen auf dem Weg zur Arbeit etliche Düsseldorfer, die beruflich in Langenfeld (3436) oder Monheim (1543) tätig sind. Sehr viele Auspendler aus Monheim arbeiten auch in Langenfeld (2576), Köln (1188) und Leverkusen (1123); die meisten Einpendler kommen aus Leverkusen (1660) und Langenfeld (1548). Die Hauptziele von Langenfelder Auspendlern - hinter Düsseldorf - sind Leverkusen (2220) und Köln (2066). Ihren Arbeitsplatz in Langenfeld haben neben Düsseldorfern und Monheimern vor allem Leverkusener (2578) und Solinger (2073).

Die NRW-Statistiker haben die Pendlerströme auch getrennt nach Geschlechtern erfasst. Demnach fahren zur Arbeit nach Langenfeld 13.974 auswärtige Männer und 9813 Frauen, während 10.776 Langenfelder und 8786 Langenfelderinnen über die Stadtgrenze zum Job fahren. Monheim hat 6278 männliche und 4805 weibliche Einpendler. 8110 Monheimer und 6436 Monheimerinnen arbeiten anderswo.

Quelle: RP
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