| 00.00 Uhr

Langenfeld
Langenfeld: Kunden parken jetzt kürzer

Langenfeld. Nach der Eingrenzung des Gratis-Parkens von einer auf eine viertel Stunde geht der Trend weg von Parkplätzen mit Schranke. Der Citymanager sieht die Neuregelung von Kunden wie Händlern akzeptiert. Kritik kommt von der SPD. Von Thomas Gutmann

Seit der Verkürzung des Gratis-Parkens von einer auf eine viertel Stunde im April parken die Besucher der Langenfelder Stadtmitte verstärkt auf unbeschrankten Parkplätzen und dafür weniger auf solchen, für die sie bei der Zufahrt – und beim Verlassen – eine Schrankenanlage passieren müssen. Diesen Trend weist ein Bericht aus, den der städtische Citymanager Jan Christoph Zimmermann jetzt im Verkehrsausschuss des Rates vorlegte. Nach den Nutzerzählungen anhand der gelösten Parktickets in den Monaten April bis Juli ergibt sich – hochgerechnet auf das gesamte Jahr 2013 und verglichen mit 2010 – ein Rückgang der Parkschein-Zahl bei den Parkanlagen mit Schranken um rund 7 Prozent und ein Zuwachs bei den Parkplätzen ohne Schranke um 18 Prozent.

Bei allen 1700 kostenpflichtigen Parkplätzen zusammengenommen geht Zimmermann für 2013 von 2,16 Millionen Parkvorgängen aus. Das sind rund 4 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2010. Die erste stadtoffizielle Zwischenbilanz der Abkehr vom Eine-Stunde-Gratis-Parken hin zur Parkgebühr mit "Brötchentaste" enthält außerdem folgende Kennziffern und Kernaussagen:

Kurzzeitparken Während bei den beschrankten Parkanlagen nur etwa jeder fünfte Autofahrer die "Brötchentaste" nutzt (18 Prozent), belässt es bei den unbeschrankten Parkplätzen fast jeder zweite Parkschein-Zieher (47 Prozent) beim kostenfreien Kurzzeitparken von maximal 15 Minuten. Das heißt: Nur jeder zweite Nutzer dieser Parkplätze wirft Geld in den Automaten.

Subventionskürzung Rund 600 000 Euro im Jahr hat sich die Stadt das Gratis-Parken zuletzt kosten lassen. Nach den Einnahmen an Parkgebühren in den ersten vier Monaten seit der Umstellung rechnet die Stadt mit einer Verringerung dieses Postens um etwa 460 000 Euro jährlich.

Kosten der "Brötchentaste" Um nicht wieder in die Verschuldung zu rutschen, wollte die Stadt das Gratis-Parken zunächst komplett abschaffen. Die CDU-Mehrheitsfraktion setzte dann aber die "Brötchentaste" durch. Im städtischen Etat wird sie mit jährlich rund 164 000 Euro zu Buche schlagen.

Einzelhandelsumsatz Die von manchen Einzelhändlern im Vorfeld der Umstellung befürchteten Umsatzeinbußen haben sich laut Citymanager nur "sehr punktuell" eingestellt, etwa bei Kaiser's in der Stadtgalerie.

Akzeptanz beim Publikum Der anfängliche Unmut über den Wegfall der ersten Stunde Gratis-Parken habe sich gelegt. "Auch die Einzelhändler werden kaum noch auf den neuen Parktarif angesprochen. Der neue Parktarif wird akzeptiert", resümiert Zimmermann.

Bei den Fraktionen stieß die Erfolgsmeldung auf unterschiedliche Reaktionen. Tim Koesling, CDU-Sprecher im Ausschuss, zeigte sich zufrieden: "Die ,Brötchentaste' hat eingeschlagen, das Defizit wird gesenkt, und mit 50 Cent pro Stunde ist Parken in Langenfeld immer noch günstig und ab der dritten Stunde sogar günstiger als früher." Seine Parteifreundin Hiltrud Markett sekundierte ihm: "Die Parkplätze sind dank der ,Brötchentaste' oft schneller wieder frei, das wird von vielen Einzelhändlern positiv beurteilt", sagte die Buchhändlerin.

Johannes Spieth (Grüne) sieht die jahrelange Argumentation seiner Partei gegen die Parkraum-Subvention bestätigt und mahnte mehr Stellplätze für Fahrräder an, um weitere Einkäufer zum Umstieg auf dieses Verkehrsmittel zu ermuntern. Mark Schimmelpfennig (SPD) hingegen wertete den Bericht kritisch: "Das neue Parkraum-Konzept sorgt für Parkplatz-Hopping, der Verkehr in der Stadtmitte nimmt massiv zu. Es gibt also überhaupt keinen Grund, die Neuregelung über den grünen Klee zu loben."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Langenfeld: Langenfeld: Kunden parken jetzt kürzer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.