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Langenfeld
Langenfeld trennt sich von Partnerstadt

Langenfeld: Langenfeld trennt sich von Partnerstadt
Die unterste Tafel wird auf den Schildern mit Langenfelds Partnerstädten an den Ortseingängen entfernt. Batangas City gehört nicht mehr dazu. FOTO: Matzerath
Langenfeld. Die 1998 besiegelte Partnerschaft mit dem philippinischen Batangas City wird aufgelöst. Im Stadtrat stimmte nur die BGL dagegen. Von Stephan Meisel

Die Scheidung ist eingereicht: Langenfeld wird die vor 17 Jahren gegründete Städtepartnerschaft mit Batangas City (Philippinen) auflösen. Das haben CDU, SPD, Grüne und FDP mit einem gemeinsam eingereichten Antrag im Stadtrat beschlossen. "Eine gelebte Partnerschaft hat seit ihrer Gründung 1998 nicht existiert", argumentierten die vier Parteien. Über den Besuch von Offiziellen hinaus sei kein Austausch zwischen Bürgern, Schulen und Vereinen zustande gekommen. Allein die BGL-Fraktion war gegen das abrupte Ende; drei ihrer Ratsmitglieder stimmten dagegen, zwei enthielten sich.

Die Fernbeziehung zu der mit über 300.000 Einwohnern größten unter den fünf Partnerstädten hatte gerade das Silberjubiläum hinter sich. Sie begann 1990, als die Langenfelder Stadtverwaltung in einem auf zehn Jahre befristeten Patenprojekt Entwicklungshilfe leistete. Nach den Worten des damaligen Stadtdirektors Dr. Siegfried Honert ging es darum, Fachwissen zur kommunalen Organisation, zu Finanzen, Abfall- und Abwasserbeseitigung in die damals auf den Philippinen erstmals demokratisch gewählte Verwaltung zu vermitteln.

"Von der Begründung einer Städtepartnerschaft war nie die Rede - sie wurde auch nicht erwartet", sagt Honert rückblickend. "Völlig einsichtig, denn Entfernung und Möglichkeiten standen der Entwicklung von engen Beziehungen zwischen Personen oder Vereinen entgegen." Die Chance, den Vertrag auslaufen zu lassen und so die Zusammenarbeit einvernehmlich zu beenden, sei vertan worden. Denn zum 50-jährigen Bestehen der Stadt Langenfeld 1998 führte laut Honert "der Wunsch eines einzelnen Herren" (gemeint ist Ex-Bürgermeister Magnus Staehler) zu dem Angebot einer Partnerschaft nach Batangas City. "Das wurde von dort natürlich nicht abgelehnt - aus Sicht der Philippinen hätte man sich damit selbst einen Gesichtsverlust zugefügt."

Dass seither von einer funktionierenden Partnerschaft keine Rede sein kann, listeten die Fraktionschefs Jürgen Brüne (CDU), Sascha Steinfels (SPD), Dr. Günter Herweg (Grüne) und Frank Noack (FDP) auf. Es habe in diesen 17 Jahren lediglich zwei offizielle Besuche in Batangas City und einen Gegenbesuch des dortigen Bürgermeisters gegeben. Nach der Teilnahme von fünf jungen Philippinen am internationalen Jugendtreffen in Langenfeld 2005 habe es keine weiteren Begegnungen. Allein Honert und der ehemalige FDP-Ratsherr Rolf Gassen unterhielten noch Kontakte. Beide bezeichnen die einseitige Auflösung der Partnerschaft als Affront. Das tat in der Ratssitzung auch Gerold Wenzens (BGL). "Sicherlich ist das keine funktionierende Partnerschaft. Aber es sollten noch einmal Gespräche mit Batangas City geführt werden, an deren Ende dann durchaus eine Auflösung stehen könnte." Doch nicht nur Bürgermeister Frank Schneider hält die Zeit jetzt für gekommen. "Mit dem neuen Partnerschaftskomitee kommt der Austausch mit Senlis, Montale, Ennis und Gostynin gut voran. Hierauf wollen wir uns jetzt weiter konzentrieren." Die Ratsmehrheit sah es ebenso.

Quelle: RP
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