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Langenfeld
Langenfelder beschichten für alle Zwecke

Langenfeld: Langenfelder beschichten für alle Zwecke
Wolfram Unterberg von Tero Lab Surface zeigt ein beschichtetes Metallrohr. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Das Richrather Unternehmen TeroLab Surface veredelt Industriewalzen, aber auch Messer und künstliche Hüftgelenke. Von Martin Mönikes

Um Metall-Teile während des Gebrauchs zu schützen, wird deren Oberfläche meist beschichtet. Das gilt beispielhaft für Walzen in der Druckerei, Garnführungen in der Textilindustrie, Messer in Schneidemaschinen oder sogar für künstliche Hüftgelenke. "Mal gilt es Rost zu vermeiden, mal soll Salzwasser oder aggressivem Dünger widerstanden werden, oder es sind Beschichtungen gefragt, die eine bessere Gewebeverträglichkeit garantieren", erklärt Ingenieur Wolfram Unterberg. Er ist seit 2013 Geschäftsführer bei Tero Lab Surface (TLS) in Langenfeld.

Die seit 1998 an der Helmholtzstraße in Richrath ansässige Firma ist Spezialist für funktionale Oberflächenbehandlung, meist durch thermisches Spritzen. Das inhabergeführte Unternehmen mit Stammsitz in der Schweiz unterhält weitere Standorte in Salzkotten und in Frankreich.

Die Spezialisten entwickeln für alle Zwecke passende Beschichtungen, die in großen Schallschutzkabinen automatisch auf die vorbehandelten Bauteile aufgespritzt werden. Mit 200 Kilowatt (270 PS) und Temperaturen von 20.000 Grad Celsius werden thermisch gespritzte Schichten von fünf hundertstel Millimeter bis 20 Millimeter aufgebracht. In Langenfeld arbeiten rund 75 Mitarbeiter.

Ohnehin schon sorgen Schutzschichten für eine längere Lebensdauer von Werkstoffen. "Und was länger hält, muss nicht immer wieder neu gefertigt werden", erläutert Unterberg die Philosophie des Unternehmens. Doch TLS wollte zusätzliche Ressourcen schonen und beantragte als erstes Unternehmen dieser Branche die "B-Corporation". Diese Zertifizierung erhielten bislang nur 2000 Firmen weltweit. Ursprünglich ist die Zertifizierung B-Corp in den USA entstanden. Sie richtet sich an Unternehmen, die sich nicht nur an ihrem wirtschaftlichen Erfolg messen lassen, sondern sich auch für soziale sowie ökologische Fragen interessieren. Der Buchstabe "B" von B-Corp steht für Benefit, was in diesem Zusammenhang am ehesten mit "positivem Wirken" übersetzt werden kann. Firmen, die dieses Zertifikat anstreben, müssen strenge Richtlinien sowohl ökologisch als auch sozial erfüllen.

In der Praxis reichte es nicht, die alte Lichttechnik durch energiesparende Lampen zu ersetzen, sondern beispielhaft werden auch Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Transportwege mit einem umfassenden Blick auf ökologische Sinnhaftigkeit durchleuchtet. Wie sind die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter? Zahlen die Lieferanten ihrerseits Mindestlöhne? Wie viel Verpackungsmaterial wird benötigt? Was macht der Kunde mit dem Produkt? "Waffenteile würden wir folglich nicht herstellen", konkretisiert Unterberg die Philosophie. Die Mitarbeiter hätten durchaus Nutzen von diesen Veränderungen. "Wir gehen über die gesetzlichen Normen hinaus. Die Arbeitsplätze wurden altersneutral eingerichtet, oder es besteht die Möglichkeit zur Mischarbeit", sagt Sabine Wildvang, die für das TLS-Personal zuständig ist. Der Präsident von TLS, Christopher Wasserman, initiiert das Thema B-Corp als Teil seiner Unternehmensstrategie. Er hat die Langenfelder Niederlassung ausgewählt, in der TLS-Gruppe die Vorreiterrolle zu übernehmen. Unterberg soll seine Erfahrungen aus dem Zertifizierungsprozess an die Kollegen weitergeben. "Die Fakten müssen stimmen. In der Zertifizierung steckt enorm viel Arbeit, aber sie lohnt sich, für die Umwelt und für uns alle."

Quelle: RP
 
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