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Langenfeld
Langenfelder Firma stiftet Medizingerät

Langenfeld: Langenfelder Firma stiftet Medizingerät
Mehrere Geräte zur Früherkennung von Mukoviszidose und Verbrauchsmaterial spendete Frank-Eugen Kreienbaum (l.) an Prof. Dr. Michael Lentze (r.) für dessen Arbeit in Georgien. FOTO: MATZERATH
Langenfeld. Die Kreienbaum Neoscience GmbH ist auf Diagnosetechnik spezialisiert. Jetzt half sie einer Klinik in Tiflis/Georgien. Von Martin Mönikes

In internationalen Forschungsinstituten und Universitäten sowie den meisten deutschen Krankenhäusern ist die Kreienbaum Neoscience GmbH als Vertriebsunternehmen für wissenschaftliche Messsysteme bestens bekannt. Am Stammsitz Langenfeld wissen nur wenige um die Bedeutung der Firma an der Heinrich-von-Stephan-Straße. Inhaber und Geschäftsführer Frank-Eugen Kreienbaum, gebürtiger Ohligser und gelernter Elektroingenieur, spezialisierte sich früh auf Medizintechnik und gründete 1997 in Langenfeld die eigene Firma.

Nach Wachstum und drei Umzügen arbeiten die etwa 30 Mitarbeiter seit 2008 im Gewerbegebiet Fuhrkamp. Ob Pharmakonzerne, Universitäten, Krankenhäuser oder Lebensmittelhersteller: Sie alle brauchen exakte Analysegeräte. Und eben solche liefert Kreienbaum für die verschiedensten Anwendungen. Neben dem einst reinen Vertrieb mit der "Kreienbaum GmbH" gründete der als Tüftler geltende Firmenchef die "Neoscience", die sich der Entwicklung von Diagnosegeräten widmet; mit dem Schwerpunkt Früherkennung von Krankheiten bei Früh- und Neugeborenen.

Kreienbaum schaffte es nach eigenen Angaben mit seinem Team, ein besonderes Problem zu lösen: die schnelle und effiziente Früherkennung von Mukoviszidose (siehe Infobox). Der Salzgehalt im Schweiß von Neugeborenen zeigt einen ersten Verdacht auf diese Erbkrankheit. "Es ist nicht einfach, die notwendige Schweißmenge bei Kleinstkindern zu sammeln", sagt Kreienbaum. Genau diese Tatsache sei die Herausforderung an ein modernes Stimulations- und Sammlungsystem: die Gewinnung der entscheidenden Schweißprobe, die im Nachgang mit einem Chloridmeter analysiert wird. In 95 Prozent aller deutschen Kinderkliniken stehen nach Firmenangaben diese Messgeräte. Über einen amerikanischen Partner gehen die in Berlin gefertigten Geräte in die ganze Welt.

Der Ehrentitel "Schutzengel für Mukoviszidose" würdigt die jahrelange Hilfs- und Spendenbereitschaft der Firma. So bat jetzt Prof. Dr. Michael Lentze, bisher Leiter der Bonner Universitäts-Kinderklinik, Neoscience um Unterstützung. Der emeritierte Professor geht zum dritten Mal für sechs Monate als Gastprofessor an die Universitäts-Kinderklinik in Tiflis (Georgien). "Das Versicherungswesen dort ist mangelhaft und die Unis haben nicht genügend Geld, um den heutigen Stand der medizinischen Versorgung zu gewährleisten", so Lentze. Der Bonner hilft, in Tiflis eine Fachabteilung aufzubauen. In einer eigenen Ambulanz untersucht er in sechs Monaten ca. 500 Kinder. "Dazu gehören auch Kinder mit Mukoviszidose und es fehlen dort die für die Diagnose wichtigen Geräte". Kreienbaum schickte jetzt Geräte und Verbrauchsmaterial auf dem Luftweg nach Georgien.

Quelle: RP
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