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Langenfeld
Langenfelder Schüler fragen - der Südpol antwortet

Langenfeld. Dank seiner Schach AG hat das Langenfelder Konrad-Adenauer-Gymnasium regelmäßigen Kontakt zu den abgelegensten Orten der Welt. Jetzt beantwortete Robert Schwarz, Physiker der Amundsen-Scott-Forschungsstation am Südpol, Fragen der Schüler zum Alltag in der Antarktis. AG-Leiter Kersten Linke hat ein paar Fragen/Antworten festgehalten.

"Sie brauchen doch auch am Südpol Strom. Wie wird der gemacht?" - Ida und Johann (noch in der Langenfelder Don-Bosco-Grundschule, aber schon in der Schach AG)

Schwarz: "Wir haben drei große Generatoren, von denen immer einer läuft, einer auf Stand-by ist und an einem gearbeitet werden kann. Außerdem gibt es noch zwei Notgeneratoren. Alle laufen mit JP8. Das ist das Kerosin, das die Flugzeuge, die hierherfliegen, benutzen, dem Diesel nicht unähnlich. Aber es bleibt selbst bei etwa minus 70 Grad noch flüssig!"

"Was war die größte Katastrophe, die Sie bisher am Südpol erlebt haben?" - Fabian (5. Klasse)

Schwarz: "Wir hatten schon zweimal längere Stromausfälle - einmal drei, einmal sogar vier Stunden lang. Das wird dann schon brenzlig, denn ohne Strom und die Abwärme der Generatoren läuft hier gar nix. Unfälle hatten wir hier ebenfalls schon, die schwersten zum Glück im Sommer, so dass die Verunfallten gleich ausgeflogen werden konnten."

"Haben Sie auch Kühlschränke?"

Schwarz: "Ja, wir haben Kühlschränke. In der alten Station war einer davon eine beheizte Box. Innen hat die Station ja Zimmertemperatur, deshalb müssen wir auch alles Verderbliche im Kühlschrank aufbewahren. Gefrierschränke haben wir auch - für den direkten Bedarf. Aber sonst ist alles einfach draußen."

"Welche Eissorten gibt's bei Ihnen?"

Schwarz: "Speiseeis ist ganz hoch im Kurs - am beliebtesten ist Vanille. Wir haben etwa zehn der gängigsten Sorten wie Pistazie, Erdbeere und so weiter. Mittlerweile haben wir eine richtige Eisbox im Speisesaal. Darin wird das Eis richtig temperiert. Früher musste man es etwa eine Stunde vorher reinholen, damit man es überhaupt portionieren konnte."

"Wie messen Sie, die Temperaturen, ohne dass die Instrumente einfrieren?" - Maximilian (5. Klasse)

Schwarz: "Kluge Frage! Quecksilber und Alkohol würden in der Tat ab bestimmten Temperaturen einfrieren. Aber die ganzen Messungen gehen mittlerweile elektronisch. So ist es auch einfacher für die Meteorologen, denn sie können die Temperaturen von drinnen ablesen."

"Können Sie die Aurora so erklären, dass es für Kinder verständlich ist?"

Schwarz: "Ich werde es versuchen: Die Sonne schleudert ständig geladene Teilchen ins Weltall. Wenn ein Teil davon auf die Erde trifft, werden die Teilchen entlang des Erdmagnetfelds zu den Polen geleitet - wie Perlen auf einer Schnur. Die Teilchen dringen in die Atmosphäre ein, stoßen dort mit den Luftteilchen zusammen und regen diese zum Leuchten an. Der gleiche Effekt mit der Anregung findet in jeder Leuchtstoffröhre statt, nur nicht so schön."

Bearbeitung: gut / Archivfoto: istockphoto

Quelle: RP
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