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Langenfeld
Langenfelderin bringt Seide zum Leuchten

Langenfeld: Langenfelderin bringt Seide zum Leuchten
Warme Farben sind ihr am liebsten. Gabi Meiser bei der Arbeit. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Gabi Meiser hat es in mehr als 20 Jahren Seidenmalerei zu einiger Kunstfertigkeit gebracht. Von Kathrin Bochnia

Seit mehr als 20 Jahren ist Seidenmalerei ihre große Leidenschaft. Jetzt stellt Gabi Meiser eine Auswahl ihrer Werke im Bettenhaus Kuckenberg am Langenfelder Marktplatz aus. Angefangen hat alles 1994. Damals lief sie am alten Langenfelder Atelier Manweiler vorbei. Von den leuchtenden Farben fasziniert, entschloss sich Gabi Meiser, selber einen Kursus in Seidenmalerei zu belegen.

"Mit Salz und Gutta stieg ich ganz klassisch ein", erzählt die inzwischen 55-Jährige. Mittlerweile benutzt sie diese Techniken nicht mehr. "Mir kam das zu sehr wie Ausmalen vor, da man mit Gutta Trennlinien aufmalt." Heute benutzt sie das Konturmittel nur noch als Element. Dazu schlägt sie die Farbe aus dem Handgelenk heraus auf die Seide. "Man kann nicht beeinflussen, wie Punkte und Striche entstehen, daher finde ich diese Technik besonders spannend."

Spontan etwas aus einem Zufallsprodukt gestalten - das ist es, was Gabi Meiser so fasziniert. Ihr Repertoire ist beachtlich. Viele verschiedene Techniken lernte sie bei der freischaffenden Künstlerin Rita Gehlen-Marx. Seit 2001 nimmt sie immer wieder an deren Kursen teil. "Dort gewinne ich auch am meisten Inspiration. Der rege Austausch mit anderen lässt mich meine Werke aus anderen Blickpunkten sehen", erzählt Meiser. Dabei ist ihr kritisches Feedback besonders wichtig. "Das fehlt mir manchmal, wenn ich zu Hause arbeite. Da bleibt ein Tuch auch mal eine Woche liegen."

Anregungen findet die Langenfelderin auch in Kunstausstellungen in ihrer Heimatstadt. "Langenfeld hat da einiges zu bieten, auch in der Bandbreite der Kunst. Durch die ausgestellten Werke sehe ich immer wieder Neues. Das ich in meine eigene Kunst einbauen kann."

Ihre eigenen Stücke zeichnen sich vor allem durch warme Farben aus. "Rot. Orange. Gelb. Ich male gerne damit", sagt die gelernte kaufmännische Angestellte. Diese Farben bringt sie oft in floralen Mustern auf die Seide. "Meine Bilder sind voller Bewegung", betont Meiser. Das war nicht immer so. "Anfangs war ich sehr zart in der Farbe, mittlerweile bringe ich viel mehr Mut mit, bin experimentierfreudiger." Ein vermeintlicher Fehler, der sie in ihrer Anfangszeit noch mit sich hätte hadern lassen, ist für Meiser mittlerweile spannend. "Ich habe gelernt, dass Bilder nie den ursprünglichen Vorstellungen entsprechen. Das hat mich befreit, und ich bin um einiges lockerer geworden", sagt die 55-Jährige. Die Freiheit, über sich hinausgehen zu können und etwas anders als geplant zu gestalten, schätzt die eigentlich sehr ordentliche Langenfelderin mittlerweile sehr. "Kunst bedeutet für mich, mich und mein inneres Ich ausleben zu können. Ich kann interpretieren was ich in meinem Tiefsten fühle", sagt Meiser.

Der schönste Moment ist und bleibt für die Künstlerin der, wenn die Seide aus der Dampffixierung kommt. "Dann kommt die Brillanz der Farben erst richtig zum Tragen", schwärmt sie.

Quelle: RP
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