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Langenfeld
Langenfelderin macht Praktikum bei Harrods

Langenfeld: Langenfelderin macht Praktikum bei Harrods
Viktoria Friese lernte in London die britische Art der Tortenzubereitung kennen. Vor allem die aufwändigen Dekorationen haben sie fasziniert. FOTO: Friese
Langenfeld. Die Auszubildende Viktoria Friese hat den Service-Gedanken in England im Kaufhaus Harrods kennengelernt . Der wird ihr bei der Ausbildung zur Konditor-Gesellin bei Jörg Sticherling helfen. Von Daniel Gehrmann

Ein Praktikum bei Harrods, dem Londoner Nobelkaufhaus - das ist für viele Auszubildende ein Traum. Für Victoria Friese ist es nun Wirklichkeit geworden: Seit August 2014 absolviert die 20-jährige Langenfelderin eine zweijährige Lehre zur Konditor-Gesellin im Café Sticherling. Von Ende September bis Anfang Oktober schob sie eine dreiwöchige Ausbildungsstation an der Themse ein.

Vermittelt wurde dieses Praktikum über die Berufsschule. "Vorher habe ich gedacht: Harrods, das ist weltweit eine Adresse; wenn ich mich damit später bewerbe, habe ich bessere Chancen." Einmal im Praktikum, begeisterte sie die Unternehmensphilosophie, sich um jeden Kundenwunsch zu kümmern und, wenn nötig, weltweit zu suchen, was gefragt ist. Auch für die eigenen Angestellten tue das Traditionshaus viel, etwa in Form von Sportangeboten, sagt Friese.

Beim Praktikum allerdings war die sensationelle Gelegenheit der eigentliche Lohn: Harrods stellte die Arbeitskleidung, erstattete das Ticket für die Underground, und Friese konnte sich in den Pausen ein Sandwich zubereiten. Die Kosten für ihre Unterkunft in einem Vier-Personen-Zimmer in einem Hostel, die übrige Verpflegung und die Flugtickets musste Friese selbst aufbringen. Den größten Teil davon konnte sie über ein Stipendium von "Erasmus Plus" abdecken, einer von der Handwerkskammer Düsseldorf vermittelten Förderung für Auszubildende; den Rest musste sie aus eigener Tasche zahlen.

Konditormeister Jörg Sticherling, Inhaber der beiden Filialen in Langenfeld und Benrath, erfuhr durch Friese von dem Praktikumsangebot bei Harrods. Mit ihm stimmte Friese die Zeit für das Praktikum ab. Dank Abitur kann Friese ihre Gesellen-Ausbildung von drei auf zwei Jahre verkürzen. Einen Tag die Woche geht sie zur Berufsschule, vier Tage ist sie im Café Sticherling, und einmal im Jahr besucht sie einen zweiwöchigen überbetrieblichen Lehrgang der Handwerkskammer.

An der Themse lernte Friese ein ganz anderes Angebot und eine andere Art der Zubereitung von Konditoreiwaren kennen. "In Deutschland werden Torten eingedeckt, zum Beispiel mit Buttercreme oder Marzipan. In England bleiben die Seiten unbedeckt, so dass man die Schichten sehen kann." Als Tortenfüllung verwende man hier Buttercreme, dort Ganache, eine Trüffelmasse aus aufgekochter Sahne und Schokolade.

Zwei Tage durfte Friese bei Harrods auch Einblicke in das exquisite Café der belgischen Chocolatiers von Godiva gewinnen. Beeindruckt hat sie die elegante Art, die Konditoreiwaren mit Schokolade, Nüsschen in Goldstaub und anderen Verzierungen zu garnieren. Etwas davon würde sie später als Konditorin gern übernehmen.

Die Wochenenden hat die junge Langenfelderin genutzt, um Londons Attraktionen zu besuchen: etwa den Tower mit den Kronjuwelen, Madame Tussauds oder die Museen. Besonders haben ihr die Häuser gefallen, beispielsweise das Harrods-Gebäude, dessen Hauptfassade im Jahr nach dem Tod Queen Victorias entstand: "Die Engländer haben eine wunderschöne Architektur", schwärmt sie: "Der viktorianische Stil lässt alles älter aussehen, als es ist."

Quelle: RP
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