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Langenfeld
Langenfelds Leistungsschau lockt Massen

Langenfeld: Langenfelds Leistungsschau lockt Massen
Stachelschwein Matilda (l.) und Tanzbär Breuer gaben gestern bei der "Familienwelt Langenfeld" alles. In der Fußgängerzone schüttelten sie hunderte Hände und ließen sich knuddeln. Matildas Freund, der kleine Drache Kokosnuss, legte zwischendurch eine Pause ein, um wieder zu Kräften zu kommen. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Mehr als 10.000 kamen am Sonntag zur Familienwelt-Messe, zu Herbstmarkt und Sonntagseinkauf in die Stadtmitte. Von Thomas Gutmann

Nach 60 Jahren sitzt Elke Brandenburg (63) wieder auf einem Dreirad. "Auf einem wackeligen Fahrrad fühle ich mich nicht mehr wohl. Deshalb ist das hier genau das Richtige für mich", sagt die Reusratherin im lila Top. "Das hier" ist ein Elektro-Bike der Luxusklasse auf drei Rädern. Es gehört zum Fuhrpark von Wolfgang Appelbaum. Der Hildener hat sich auf den Verkauf von Spezialrädern spezialisiert und zählte gestern zu den mehr als 100 Ausstellern der Messe "Familienwelt Langenfeld". Eine "Leistungsschau für alle Generationen" nannte Bürgermeister Frank Schneider in seiner Eröffnungsrede die Messe zu Bildung, Familien- und Seniorenangeboten, Klimaschutz und Elektromobilität. Zusammen mit einem Herbstmarkt und dem verkaufsoffenen Sonntag sorgte die Schau in und vor der Stadthalle für eine volle Innenstadt. Die von den Veranstaltern erwartete Zahl von 10.000 Besuchern dürfte locker übertroffen worden sein.

Unter den beschwingten Klängen einer Drei-Mann-Combo mit Saxofon und Trompete wird an diesem Traumwetter-Sonntag allerhand Unterhaltsames besonders für Kinder geboten: vom Toben in riesigen durchsichtigen Wasserbällen über Gummiband-Jumping bis hin zu einer "Malmaschine", die der SPD-Ortsverein aus einer alten Waschmaschine gebaut hat. Der sechsjährige Angelo wiederum dreht vor den Markt-Arkaden am Glücksrad der Tanzschule Breuer. Seine Schwester Giulia (knapp 3) tanzt gerne, und so erkundigt sich Mutter Jenny Chindamo (29) nach Kursen für die Jüngsten. "Der Überblick, den die Messe einem über die vielen Angebote in Langenfeld verschafft, ist einfach großartig", findet die Richratherin. Sie selbst half am Vormittag am Stand des Tagesmütter-Vereins in der Stadthalle. Im großen Saal informieren Kindergärten und Sprachtherapeuten, Familien-Coaches und Elterninitiativen über ihr Programm. Im kleinen Saal sind Altersheime, Seniorenbegegnungsstätten und Pflegedienste versammelt, im Foyer mischen sich Aussteller für Alt und Jung, zum Beispiel Gospelchöre, VHS und SGL.

Die Chance, sich einem breiten Publikum zu präsentieren, nutzen auch kleinere Vereine wie die Hausaufgabenbetreuungsinitiativen "Soziale Brennpunkte" und "Resonanz Bildungsforum". "Unser Verein ,Soziale Brennpunkte' entstand bereits 1973 aus dem Konrad-Adenauer-Gymnasium heraus - eine echte Eigeninitiative von Schülern, um Kindern aus sozial benachteiligten Familien zu helfen", sagt Arne Konrad (23), KAG-Abiturient von 2013 und jetzt Lehramtsstudent. Osman Eker (26) studiert Mathe und Sozialwissenschaften auf Lehramt und gibt beim "Resonanz Bildungsforum" Nachhilfe. "Unser Schwerpunkt liegt auf türkischstämmigen Schülern, aber es sind auch Kinder und Jugendliche anderer Nationalitäten dabei", sagt der junge Dozent.

Integration durch Bildung, zu diesem Leitgedanken passt sogar das Maskottchen dieser Familienwelt. "Der kleine Drache Kokosnuss" und das Stachelschwein Matilda schlendern überlebensgroß durch die Stadtmitte, um sich knuddeln zu lassen. In den Geschichten von Kinderbuchautor Ingo Siegner erleben die beiden ihre Abenteuer unter anderem mit dem "Fressdrachen Oskar", einem Kumpel aus einer - nun ja - eher bildungsfernen Drachenfamilie, die sich dann doch noch für die Schule begeistern lässt . . .

Dreirad-Entdeckerin Elke Brandenburg hegt derweil schon Pläne für das tiefgergelegte E-Gefährt mit Mega-Stauraum für Einkäufe: "Als nächstes mache ich eine Probefahrt um den Unterbacher See", sagt die Reusratherin. Ehemann Wolfgang liebäugelt ebenfalls mit solch einem Dreirad - trotz knapp 6000 Euro Anschaffungskosten pro Exemplar. "Ich kann ja meinen Z 4 verkaufen. Wofür brauchen wir zwei Autos? Der Suzuki meiner Frau tut's auch", sagt der 73-jährige Verkehrsingenieur.

Quelle: RP
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