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Langenfeld
Leserinnen stellen Lieblingsliteratur vor

Langenfeld. Die Langenfelder Stadtbibliothek startete mit dem Bücher-Tratsch. Am 6. Juli geht es weiter. Von Isabel Klaas

"Bücher-Tratsch" ist eigentlich nicht der richtige Titel, für die engagierte Runde lesefreudiger Frauen, die sich jetzt zum ersten Mal zum Austausch in der Stadtbibliothek traf. Die leidenschaftlichen Leserinnen tratschten nicht, sondern unterhielten sich fundiert über Lieblingsbücher und Lesegewohnheiten. Das "Experiment ohne Anmeldung", wie Büchereileiterin Martina Seuser es nannte, scheint geglückt zu sein. Die anderthalb Stunden im Gespräch über aktuelle Bücher, Klassiker, Kinder- und Jugendwerke vergingen wie im Flug und zeigtenl, was gute Autoren mit ihren Leserinnen machen: Sie unterhalten, fesseln, bilden, bewegen, entspannen, animieren zum Nachdenken und sind vor allem eine sinnvolle Beschäftigung.

"Ich bin lesesüchtig", gestand Pia Walkenbach in der Runde, "mein Mann hat mir einen E-Book-Reader geschenkt, weil er es leid war, immer diese schweren Bücherkoffer mit in Urlaub zu nehmen." Auch Bärbel Heyden schwärmte in der Runde. "Seit ich als Kind ,Heidi' gelesen habe, hatte ich nie mehr Langeweile. Seitdem lese ich permanent." Und Bergrid Hänsel bekannte: "Ich lese bis zu vier fünf Bücher auf einmal und alle immer bis zum Ende."

Die Initiatorin des illustren Lesezirkels war übrigens nicht die Büchereichefin selbst, sondern eine der Leserinnen. Mathilde Zerfaß hatte den Stein ins Rollen gebracht, "einfach mangels Austauschpartnern beim Lesen", wie sie sagt. "Hier kann sich jeder einbringen, mit seinem Lieblingsbuch."

Zerfaß freute sich, gleich beim ersten Mal so profunde Kennerinnen aktueller Literatur treffen zu dürfen. Sie lesen von Arne Dahl über Philip Roth bis Juli Zeh alles, was sich ihnen bietet, vom bittersüßen Familien-Epos bis zum zeitkritischen Roman über Frauen im Islam, vom Historienschinken bis zum Bilderbuch, von der Glossensammlung bis zum Jugend-Krimi aus Kanada. Letzteres wurde übrigens von Celina Monjau (26) in die Leserunde geworfen, die den Altersdurchschnitt erheblich senkte. Aber als Literaturstudentin und Langenfelderin zeigte sie ein großes Interesse an einer Leserunde und fügte sich problemlos in die Gruppe der Älteren ein. Zumal ja auch schon eine mehrfache Großmutter begeistert auf ein Bilderbuch verwiesen hatte. Die jüngste Leserin konnte denn gleich recht charmant in die Diskussion über den Stillstand der Frauen-Emanzipation eingreifen und die aktuelle Situation aus ihrer Sicht schildern. Am 6. Juli soll das vielversprechende "Experiment" im kleinen Saal auf der zweiten Etage fortgesetzt werden. Jeder kann ein paar Lieblingsbücher mitbringen, ein paar kurze Stellen daraus vorlesen und die Mitstreiterinnen dafür begeistern. Mehr unter www.stadtbibliothek-langenfeld.de

Quelle: RP
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