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Langenfeld
Lilli Langes Mode-Tagebuch

Langenfeld: Lilli Langes Mode-Tagebuch
Lilli Lange liebt Hüte in allen Variationen und Farben. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Seit einem Jahr schreibt die 21-Jährige einen Mode-Blog, der die neuesten Trends vorstellt. Von Isabel Klaas

Lilli Lange gibt eher wenig Geld für ihre Kleidung aus. "Unter 100 Euro im Monat", schätzt die Praktikantin im Anerkennungsjahr, die auf dem Weg zur Erzieherin ist. Dennoch ist die 21-Jährige für viele junge Leute ein Modevorbild. Seit einem Jahr schreibt sie einen Blog, eine Art Mode-Tagebuch, unter dem Titel "Hutliebe". Der Hut sei ihr Markenzeichen, erzählt Lilli. Sie trägt ihn fast immer in allen Varianten. Am Tag unseres Treffens ist er schwarz und breitkrempig und sitzt kess auf dem weizenblonden langen Haar der "Mode-Bloggerin".

Die Langenfelderin hat das Talent, mit wenig Geld aber hervorragender Kombinationsgabe, einen individuellen Kleidungsstil zu kreieren, an dem sie andere im Internet teilhaben lässt. An diesem Morgen trägt sie eine Jeans, Adidas-Turnschuhe, einen Pulli im Norweger-Muster von H & M, einen taillierten hellen Mantel von P&C und einen Shopper im Retromuster von Longchamp. Letzterer durfte dann auch mal 70 Euro im Ausverkauf kosten, sagt Lilli. Denn das Label ist nobel und in der Regel teuer.

Die Langenfelderin ist eine "gute Sale-Shopperin", sagt sie. (Wer bloggt, muss das Insider-Vokabular beherrschen, und das ist meist in englischer Sprache). Gekauft wird im Ausverkauf (Sale) und auf Flohmärkten, aber auch bei günstigen Textil-Ketten. So genannte "Lookalikes", Sachen, die so ähnlich aussehen, wie die von Markenherstellern, dürfen sein, aber keine Markenfälschungen, erzählt Lilli.

Ihre Liebe zur Mode hat sie schon als kleines Kind entdeckt. "Ich habe mir immer gerne Modezeitschriften angeguckt", sagt sie. Ihr Blog sei für sie ihr ganz persönliches Modemagazin, das schicke Sachen "an ganz normalen Menschen zeigt", erzählt sie. Meistens an ihr selbst. Die Auswahl trifft sie je nach Gefühlslage - zeigt sich mal hochhackig, mal im sportlichen Sneaker, in der Jeans oder in der Culotte, einer halblangen weiten Hose. Mit Begriffen wie Bandanas, Soft Bomberjacket oder Sneaker-Espandrilles sollte man schon umgehen können. Interviews mit anderen Bloggern und Labels heißen übrigens InspoView (inspirierender Blick). Und wer ein richtiger Mode-Blogger ist, der liest auch Fashion-Books zur Anregung.

In ihr Hobby steckt Lilli eine Menge Zeit und viele Ideen. Zwei- bis dreimal pro Woche stellt sie neue Kombinationen vor und schreibt einen kleinen Text dazu. Auch Mamis handgemachte Strickmütze bekommt ein Forum. Und der Jack-Russell-Terrier Oskar, natürlich mit modischem Pali-Halstuch (früher Palästinenser-Tuch). Ganz nebenbei erfahren wir von ihr, dass die Birkenstock-Arztschlappe in dieser Saison topmodisches Accessoire ist. Auch Rezepte gehören zu einem Blogg: Sofern sie aus dem Rahmen fallen wie jene für Cupcakes (Tassenkuchen), die aussehen wie Burger, oder für einen Kuchen in Form eines Bayer-04-Trikots, den Lilli für ihren Freund gebacken hat. Apropos Freud: Der ist beim Foto-Shooting immer dabei, nämlich als Fotograf. Am Rhein und in den Feldern von Berghausen lichtet er sie ab. Ihre Inspirationen holt sich Lilli meist bei Blogger-Treffen oder auf Märkten, auf Messen wie der Beauty und bei Kollegen auf Instagram und auf Facebook. Dennoch trägt Hutliebe die Handschrift eines netten, natürlichen Mädchens. Belächelt wird die 21-Jährige wegen ihrer Leidenschaft nur noch selten. Selbst die Lehrer haben sie schon wegen der schicken Internetseite gelobt. Und die Follower (Freunde) des Blogs werden mehr. Vielleicht geht für Lilli mal ein Traum in Erfüllung und sie wird zur Fashion-Week nach Berlin eingeladen. Da gebe es sicher eine Menge drüber zu bloggen.

Quelle: RP
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