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Langenfeld
Longfield United setzt sich zur Ruhe

Langenfeld: Longfield United setzt sich zur Ruhe
Nach 40 Jahren den Benefiz-Fußballverein Longfield United ist Schluss: Heinz Pozorski mit der Vereinschronik. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Die Hobbykicker um Heinz Pozorski haben viel Prominenz nach Langenfeld geholt und große Spenden gemacht. Von Isabel Klaas

Er trägt immer noch den gleichen Prinz-Eisenherz-Topfschnitt wie früher und am liebsten Fußballkluft: Heinz Pozorski, heute 71 Jahre alt, hat vor genau 40 Jahren den Benefiz-Kicker-Verein Longfield United ins Leben gerufen. Am 24. November hat sich der Verein in der Gründungskneipe Martinsklause aufgelöst. "Wir sind einfach zu alt geworden", sagt Pozorski wehmütig.

Damals haben die Hobby-Kicker, die aus einem Nachbarschaftsverein an der Oderstraße entstanden sind, richtig Furore gemacht. Über 25 Jahre haben sie es geschafft, ein- bis zweimal im Jahr gegen Prominenz anzutreten. Darunter waren Fußball-Größen wie Berti Vogts, Wolfgang Overath, Uwe Seeler, Erich Ribbeck, Sepp Maier und Fernseh-Stars wie TV-Moderator Max Schautzer, Schnellzeichner Pit Flick, Schauspieler Volker Lechtenbrink. Ein Who's Who der 1970er und 80er Jahre. Viele kamen ins Jahnstadion und kickten für einen guten Zweck gegen die Langenfelder Amateure.

Ohne Pozorski gäbe es dieses Stück Lokal-Geschichte nicht. Longfield United, die vereinigten Langenfelder, "waren mein viertes Kind" sagt er. All sein Denken und Handeln kreiste Jahrzehnte um den Verein. Und wegen des ungeheuren Organisationsaufwandes, mit dem er sich für Borussia Dortmund, den 1. FC Köln, die Deutsche Altherren-Nationalmannschaft engagierte, verlor er dreimal seinen Job. "Meine Telefonrechnung war höher als die des Chefs", erzählt er. "Denn Handys hatte man noch nicht."

128.500 Euro spendeten die Hobby-Kicker in 40 Jahren für gute Zwecke. Und das, obwohl die Prominenz sich ihre Auftritte gegen die Provinz-Truppe gut bezahlen ließ. "Das erste Promispiel gegen Borussia Dortmund 1979 war mit 1200 Mark Gage fast nichts. Die Traditionsmannschaft von Uwe Seeler verlangte 1985 schon 35.000 Mark", erzählt er. Wie Longfield trotz so hoher Gagen noch einen Überschuss für soziale Einrichtungen übrig behielt, erklärt Pozorski: "Durch die Eintrittsgelder. Die Spiele waren sehr beliebt. Es kamen bis zu 4000 Zuschauer. Und durch unseren Einsatz beim Stadtfest und beim Kartoffelfest bei Weeger."

Die meisten Erinnerungen an prominente Fußballer und Medienstars sind durchaus positiv. "Der Fifa-Schiedsrichter Walter Eschweiler war eine Granate", sagt Pozorski. "In der ehemaligen Richrather Kneipe Fußbach griff er selbst zum Tablett und bediente die Gäste." Weniger gern erinnert sich der Hobby-Kicker an Sepp Maier und Otto Waalkes, die trotz Zusage einfach nicht kamen und die Benefiz- Spiele platzen ließen. Gute 25 Jahre lang stand die Mannschaft von Longfield United selbst auf dem Spielfeld - durchtrainiert und vor allem über die Maßen motiviert. Gewonnen habe man so gut wie nie, außer einmal gegen die Telekicker, sagt Pozorski. "Meistens lief es auf ein sehr wohlwollendes Unentschieden hinaus." Aber ums Siegen sei es auch nicht gegangen, sondern um den guten Zweck.

Gegründet wurde der Club am 4. November 1977 als gemeinnützig anerkannter Verein. "Taufpaten" waren Ulrike Nasse-Meyfarth, Björn-Hergen Schimpf (Fernsehmoderator), Walter Eschweiler (Ex-Fifa-Schiedsrichter), Hans Litterscheid (Ehrenbürger und Ex-Bürgermeister Langenfelds).

Quelle: RP
 
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