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Langenfeld
LVR-Klinik: Mit Ballons gegen Krankenhaus-Reform

Langenfeld. Zahlreiche Mitarbeiter protestierten gestern am St.-Martinus-Krankenhaus und vor der Langenfelder Landesklinik. Von Petra Czyperek

Hunderte Ballons stiegen gestern mittag vor dem Verwaltungsgebäude der LVR-Klinik an der Kölner Straße in den Himmel. Damit protestierten dort rund 200 Mitarbeiter gegen die geplante Krankenhausreform der Bundesregierung. "Einige Kollegen sind sogar extra nach Berlin gefahren", sagte Klinikdirektor Holger Höhmann. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte bereits zum Monatsanfang die heiße Phase für Aktionen gegen die Reform eingeläutet. Höhepunkt war der gestrige Aktionstag, an dem vor dem Brandenburger Tor und an zahlreichen Krankenhäusern in Deutschland Kundgebungen stattfanden.

Der Gesetzgeber plant, die Finanzierung und Qualitätsmessung anders zu regeln. Unter bestimmten Bedingungen können Häuser auch geschlossen werden. "Der Gesetzesentwurf drückt den Krankenhäusern die Luft ab", erklärte dazu Höhmann. "Die Behandlungsmöglichkeiten werden reduziert.

Auch im Richrather St.-Martinus-Krankenhaus protestierten die Mitarbeiter. "Wir wollen die Politik wachrütteln, denn wir brauchen eine Reform, die dort ansetzt, wo die wirklichen Probleme sind", kritisierte Verwaltungsdirektor Dr. Jörg Kösters den Entwurf. Der leiste in vielen Punkten genau das Gegenteil. Rund 50 Prozent der Häuser schrieben rote Zahlen, merkte Holger Höhmann an. Die anhaltend schwierige Lage vieler Häuser, die hohe Belastung der Mitarbeiter, Personalengpässe, und immer weiter steigender Behandlungsbedarf, besonders in der Notfallambulanz, seien deshalb drängende Probleme, zu deren Lösung die Reform beitragen müsse, forderte Kösters. Der Entwurf sehe jedoch weitere Belastungen und Kürzungen vor, ergänzte Klaus Stiller von der Mitarbeitervertretung am St. Martinus.

Der Kplus-Gruppe, die fünf Krankenhäuser in der Nachbarschaft von Langenfeld und Monheim betreibt, befürchtet einen empfindlichen Einschnitt etwa bei den Pflegerstellen. Unter dem Strich könnte seine Gruppe durch die Reform 18,6 Pflegekräfte verlieren, rechnet Geschäftsführer Gregor Hellmons vor.

Quelle: RP
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