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Langenfeld
LVR-Klinik : Weg für Neubau ist frei

Langenfeld: LVR-Klinik : Weg für Neubau ist frei
FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Platz genug ist da auf dem Klinikgelände in Reusrath: Mehr als 100 Bäume wurden für den Neubau der Abteilungen Allgemeine Psychiatrie und Suchtkrankheiten abgeholzt. Von Stephan Meisel

Bisher verstellte im hintersten Teil des LVR-Klinikgeländes ein Wäldchen den Blick. Doch mehr als 100 Bäume wurden abgeholzt, und so ist jetzt der Weg frei für eines der teuersten Bauvorhaben in Langenfeld überhaupt. Rund 30 Millionen Euro hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) nach Angaben des kaufmännischen Klinikdirektors Holger Höhmann für den Neubau der Abteilungen Allgemeine Psychiatrie und Suchtkrankheiten veranschlagt. "Hier wird er errichtet", sagt Höhmann auf dem geräumten Areal. "Wenn er 2017 fertig ist, dann hat direkt daneben der aus den 1960ern stammende Betonbau ausgedient und wird abgerissen."

Die vorbereitenden Arbeiten starten jetzt, richtig los geht es wohl im Oktober. Der Protest von Anwohnern der Alten Schulstraße im vorigen Herbst hat etwas bewirkt: Die schweren Laster werden in Kürze auf dem Weg zur Großbaustelle nicht vor deren Häusern vorbeifahren, sondern das Klinikgelände von der anderen Seite her über das benachbarte Gewerbegebiet ansteuern. Die von der Albert-Einstein-Straße abzweigende neue Zufahrt soll nach Höhmanns Worten auf Dauer bestehen bleiben.

In der Allgemeinen Psychiatrie werden Menschen behandelt, die etwa manisch-depressiv sind, an Angstzuständen leiden oder in einer behandlungsbedürftigen Lebenskrise stecken. Laut Chefarzt Dr. Wolfgang Schwachula wird sich im Neubau die Bettenzahl in der Allgemeinpsychiatrie und für suchtkranke Patienten von zurzeit 240 auf 144 verringern. "Aber wir wollen unsere Angebote in nächster Zeit ja weiter dezentralisieren."

Wegen der Vielzahl von Krankheitsbildern ist das Therapieangebot breit gefächert. Unter anderem stehen laut Höhmann Sport, Ergotherapie, Entspannung, Kunst und soziale Kompetenz auf dem Wochenplan. "Bei der Behandlung dieser Patienten sollen stationäre Aufenthalte möglichst vermieden werden." Um Betroffene nach der Entlassung, falls nötig, weiter ärztlich zu versorgen, baue der LVR die Behandlungsplätze in den zugeordneten Tageskliniken der Region aus.

Zu diesem Konzept gehört auch das Gerontopsychiatrische Zentrum mit Tagesklinik und Ambulanz in Langenfeld. Bislang ist diese Einrichtung für demenzkranke oder seelisch gestörte Senioren an der Kreuzstraße ansässig, doch ist der Umzug in einen Neubau in Sichtweite. Hierfür hat der LVR ein Grundstück an der Ecke Lessing-/Solinger Straße erworben. "Die Finanzierung steht", sagt Höhmann, "spätestens Anfang 2016 soll Baubeginn sein." 2,5 Millionen Euro habe der LVR hierfür veranschlagt.

Zur weiteren Dezentralisierung entsteht laut Höhmann bis Anfang 2018 am Klinikum Leverkusen-Schlebusch eine Tagesklinik mit 30 Behandlungsplätzen und 30 Betten. In Solingen, wo sich schon ein gerontopsychiatrisches Zentrum befindet, baue der LVR auf einem dem städtischen Klinikum abgekauften Grundstück noch in diesem Jahr zwei Stationen mit je 20 Betten. "Zudem ist eine Tagesklinik mit 30 Plätzen in Mettmann auf dem Gelände des evangelischen Krankenhauses geplant." Die Zahl der Patienten in der Psychiatrie nimmt laut Schwachula zu, zumal sich Menschen in Lebenskrisen zunehmend psychische Probleme eingestehen und in ärztliche Behandlung begeben.

Quelle: RP
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