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Langenfeld
Männerchor singt gegen den Schwund an

Langenfeld: Männerchor singt gegen den Schwund an
"Selbst schwierigste Sachen setzen die Männer hervorragend um": Chorleiter Christoph Willer (vo.) ist mit dem Gesang seiner Reusrather sehr zufrieden. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Die Sänger vom 1860 gegründeten Reusrather Verein fühlen sich wie eine große Familie. Von Alexander Riedel

Kaum ist der Sommer vorbei, richten die Reusrather Sangesbrüder ihre Blicke auf die Adventszeit: Denn auf den Höhepunkt des Jahres will der Männerchor 1860 gut vorbereitet sein. Bei ihrem Jahreskonzert wollen die knapp 30 passionierten Sänger die Zuhörer in der Kirche St. Barbara einmal mehr in ihren Bann ziehen. "Als wir zuletzt dort gesungen haben, mussten wir Stühle reinschleppen", erinnert sich Chorleiter Christoph Willer an den großen Zuspruch des Publikums - und ist voll des Lobes für seine Schützlinge: "Selbst schwierigste Sachen packen wir an, und die Männer setzen sie hervorragend um."

Seit fünf Jahren betreut Willer den Chor. Er sei stets bestrebt, für ein abwechslungsreiches Repertoire zu sorgen, betont er: Dazu gehöre anspruchsvolle Literatur mit Franz-Schubert-Werken genauso wie Volkslieder. Eine Mischung aus geistlicher und weltlicher Gesangsliteratur sowie einen zweiten, stärker weihnachtlich geprägten Block soll auch beim Jahreskonzert wieder den Nerv der Zuhörer treffen.

Die Besetzung der Stimmen sei sehr ausgewogen, sagt Willer. Dabei bleiben auch die Reusrather vom bekannten Problem vieler Männerchöre nicht verschont: "Ich bin mit 58 der Jüngste", verrät der erste Vorsitzende Joachim Barkowski. Einst habe der Chor rund 40 Mitglieder gehabt. "Aber angesichts der vielen Freizeitangebote heute fehlt uns einfach der Nachwuchs." An mangelnder Präsenz in der Öffentlichkeit liegt das kaum: In jedem Jahr lassen die Reusrather beim Sänger-Sommerfest im eigenen Stadtteil ihre Stimmen erklingen, zeigen ihr Können beim Besuch befreundeter Vereine oder auf Schützenfesten und beteiligen sich unter anderem am Weihnachtsmarkt.

Über eines der Sommerfeste knüpfte auch Barkowski selbst einst Kontakt zum Männerchor. "Dann habe ich eine Schnupperprobe mitgemacht und bin dabeigeblieben", sagt der heutige Vorsitzende. "Damals musste man noch vorsingen, heute nicht mehr", nimmt er potentiellen neuen Mitgliedern gleich das bange Gefühl vor dem Einstieg - und ermutigt jeden, Zutrauen in die eigenen Sangeskünste zu haben: "Jeder kann singen lernen."

Mit ihm stieß vor zehn Jahren der gleichaltrige Heinz-Rolf Duppach zum Chor. Bei der Stange hält ihn neben der Freude an der Musik das Gemeinschaftsgefühl: "Das ist hier wie in einer großen Familie", sagt der inzwischen stellvertretende Vorsitzende. Dazu trügen auch Wochenendausflüge der vielfach seit Jahrzehnten gemeinsam singenden Männer bei. "Wir haben schon ganz Deutschland abgegrast", erzählt Josef Avermiddig (78), der dem Reusrather Männerchor seit 50 Jahren angehört. Und die gute Stimmung unter dessen Mitgliedern scheint auch für Außenstehende spürbar zu sein: "Sie habe offensichtlich Freude an der Musik und aneinander", urteilt Christof Bleckmann, Pfarrer der evangelischen Gemeinde, deren Räume der Chor schon seit vielen Jahren nutzt.

Quelle: RP
 
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