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Langenfeld
Mathelehrerin tüftelt Stundenplan aus

Langenfeld: Mathelehrerin tüftelt Stundenplan aus
Sabine Weiden hat den vorläufigen Stundenplan an der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule erstellt. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Beim Erstellen der Stundenpläne greifen Lehrer auf eine bewährte Software zurück - die aber bei Besonderheiten von Hand nachgearbeitet werden muss. Von D. Schmidt-Elmendorff

120 Lehrer mit ihren Fächern und Wunschklassen oder -kursen, dann das schulspezifische Zeitraster, dann noch die raumgebundenen Kurse und die zeitlichen Puffer für Vertretungen ... und, und, und. Müsste Sabine Weiden, Mathematiklehrerin, für die Planung des Stundenplanes der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule eine Gleichung aufstellen, müsste sie passen. "Das ist so komplex, das kann man in gar keine Aufgabe ummünzen," sagt sie.

So kompliziert, dass die Vorbereitungen schon Ende des vergangenen Schuljahres starteten. "Dann teilen mir die Kollegen mit, welche Kurse sie gerne fortführen oder übernehmen würden." Insgesamt ändert sich zum neuen Schuljahr immer auch die Zahl der verfügbaren Lehrkräfte: Drei wurden pensioniert, zwei bekamen anderswo feste Stellen und drei werden an die Schule versetzt. "Insgesamt sind es zu wenige", sagt Weiden. Weil Religions- und Musiklehrer fehlen, wird in der Sekundarstufe I der Unterricht in diesen Fächern gekürzt.

Weil also die Fülle der Variablen nach technischer Unterstützung verlangt, bedient sich Sabine Weiden bei der Stundenplan-Gestaltung des altbewährten Untis-Programmes. Eingespeist wird dabei auch die individuelle Wochenstundenzahl der Lehrkräfte - sie reicht von 13 bis 25 Stunden. "Dann müssen Tage für Tätigkeiten im Personalrat, im Kompetenzzentrum, für Konferenzen und Seminartage der Referendare geblockt werden", sagt Weiden. Dazu kommen noch die vier Sonderpädagogen für die 58 Inklusionsschüler, die in den Hauptfächern eine Doppelbesetzung sicherstellen sollen - was aber nicht ganz klappt. Zudem sind manche Kurse wie Darstellen und Gestalten an bestimmte Räume, etwa das Forum, gebunden. Das wird aber auch für die tägliche Mittagspause benötigt. Und dann müssen für jeden Jahrgang der Oberstufe (300 Schüler) noch die Grund- und Leistungskurse eingearbeitet werden.

All diese Elemente müssen in das spezielle Zeitraster der Schule, das auf der 67,5-Minuten-Unterrichtsstunde basiert, eingepasst werden. In der Sekundarstufe I endet der Unterricht nach sechs "Stunden" um 15.35 Uhr. Förderstunden und AGs haben fest gebuchte Plätze im Wochenraster. "Ja, und dann lässt man den Computer erst mal rechnen", sagt Sabine Weiden. Selbst wenn man ihm dafür mehrere Stunden gibt, kann er die Aufgabe oft nicht vollständig lösen. Dann heißt es: 15 nicht vergebene Stunden. Die müsse sie dann von Hand eingeben - das sei dann wahre Knobelarbeit. "Das macht mir aber Spaß, eine Lösung zu finden", sagt sie. Und als Mathematikerin hat sie wohl auch das rechte Händchen dafür. Aber selbst, wenn der Stundenplan dann steht, muss das so genannte Orga-Team noch die Pausen- und Ganztagsaufsichten und die Präsenzstunden verteilen.

Erstmals wurden die Stundenpläne schon am Freitag an die Lehrer verschickt. "Dann können sie sich in Ruhe orientieren", so Weiden. Denn der Plan gilt jetzt erstmal für anderthalb Wochen. Aber nicht jeder Kollege ist mit seiner Stundenverteilung zufrieden - der eine will einen anderen Raum, der andere nicht zur ersten Stunde kommen. So ist die rote Mappe mit den Änderungswünschen schon dicker geworden.

Quelle: RP
 
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