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Langenfeld/Hilden
Mehr Kunden wünschen Naturkosmetik

Langenfeld/Hilden: Mehr Kunden wünschen Naturkosmetik
Anne Marzinzik, Filialleiterin im Reformhaus Goll, verzeichnet ein hohe Nachfrage nach Naturkosmetik. Der Umsatz an Cremes, Emulsionen, Körperölen und anderen Kosmetika macht bereits ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. FOTO: rm-
Langenfeld/Hilden. Apotheken, Reformhäuser und Biomärkte verzeichnen neuerdings sogar Nachfrage nach veganen Pflegeprodukten. Von Isabel Klaas

Die Nachfrage nach Naturkosmetik wächst. Das bestätigen hiesige Apotheken, Reformhäuser und Biomärkte. Beim Reformhaus Goll am Langenfelder Marktplatz macht der Umsatz an Cremes, Emulsionen, Körperölen und anderen Kosmetika bereits ein Viertel des Gesamtumsatzes aus, sagt Filialleiterin Anne Marzinzik. Der Verkauf sei in den letzten Monaten deutlich gestiegen, "auch mehr junge Frauen greifen zu Naturkosmetik." Besonders seit das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Warnung vor Aluminiumsalzen in Deos herausgegeben hat, sei Naturkosmetik im Allgemeinen stark angesagt.

Doch nicht überall, wo "Bio" und "Natur" draufstehen, sind ausschließlich natürliche Wirkstoffe drin. Die beiden Begriffe sind nicht geschützt und können beliebig verwandt werden. Die Verbraucherzentrale warnt vor irreführenden Angaben auf Verpackungen. Bei Bezeichnungen wie Bio-Granatapfel-Creme und Bio-Mandel-Shampoo verlören sich die "Minimengen an natürlichen Stoffen oft in einem Meer von Chemie".

Im Gegensatz zu "Denn's Biomarkt" in Hilden hat Goll nur zertifizierte Bio-Kosmetik-Produkte im Sortiment. Wer sicher sein will, dass 95 Prozent der Inhaltsstoffe in Tuben und Tiegeln aus biologischem Anbau stammen, sollte auf folgende Zertifikate achten: Ecocert, NaTrue und BDIH (Industrie- und Handelsverband für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel). Das raten auch die Stiftung Warentest und Öko-Test. "Wer Produkte mit diesem Siegel kauft, kann sicher sein, dass in seiner Anti-Falten-Creme weder synthetische Farbstoffe und Aromen noch Parabene oder Paraffine sind", sagt Marzinzik, "und auch nichts vom toten Tier". Weiterhin sollen die so getesteten Produkte keine Hormone oder so genannte Nano-Partikel enthalten, kleinste Teilchen, von denen man nicht weiß, wie es sich auf Dauer auswirkt, wenn sie ins Lymphsystem gelangen.

Sogar nach veganer Kosmetik verlangen die Kunden bei Goll im Schnitt fünfmal pro Woche. Denn wer sich ohne tierische Produkte ernährt, will diese auch nicht auf Haut oder Haaren haben. "Das geht soweit, dass sogar Bienenwachs ausgeschlossen wird", sagt Marzinzik.

Ganz anders die Kunden in Denn's-Biomarkt in Hilden. Auch da macht "Naturkosmetik" einen großen Teil am Umsatz aus. Allerdings gibt es nie eine Nachfrage nach zertifizierten Produkten, sagt Filialleiterin Safrima Aschrasi. "Die Kunden wissen im Vorhinein, was sie wollen, und kaufen es." So auch in der Lindenapotheke in Langenfeld. Es kommt auf Haut-Verträglichkeit an und darauf, dass die Produkte dermatologisch getestet und von Hautärzten empfohlen sind und nicht "zuviel Chemie enthalten", sagt eine Apotheken-Mitarbeiterin. Die angebotenen Pflegeprodukte seien von allen Kollegen selbst getestet worden, "und werden nur empfohlen, wenn wir auch voll dahinterstehen", heißt es aus der Linden-Apotheke. Auch dort werden natürliche Kosmetika "gut nachgefragt".

Quelle: RP
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