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Monheim
Mehr Platz für alte Römer

Monheim. Das Römermuseum im Baumberger Haus Bürgel soll erweitert werden und länger öffnen. Von Stephan Meisel

Als "historisches Kleinod und Flaggschiff im Monheimer Tourismuskonzept" bezeichnet Bürgermeister Daniel Zimmermann Haus Bürgel. Somit sieht er den Erweiterungsplänen für das Römische Museum gespannt entgegen. Manfred Klein hat auf dem Baumberger Anwesen hierfür einen etwa 150 Quadratmeter großen Raum oberhalb des Pferdestalls im Auge. "Er wäre für geschichtliche Wanderausstellungen geeignet, die das Museum aus Platzgründen bislang ablehnen musste", sagt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe-Haus Bürgel. Gespräche mit der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat und Kulturpflege, der das von der IG verwaltete Haus Bürgel gehört, seien auf einem guten Weg. Klein rechnet mit Investitionen von etwa 100 000 Euro.

Parallel stehe ein weiteres Projekt auf diesem Gelände an, um Geschichte zu veranschaulichen: Farbige Steine sollen auf dem Boden des Innenhofs demnächst den Verlauf der vor etwa 100 Jahren abgerissen Maternus-Kapelle nachzeichnen. Das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege hatte vor einem Jahr Fundamente der 1147 erstmals urkundlich erwähnten Kapelle zu Dokumentationszwecken vorübergehend ausgegraben, danach wieder zugeschüttet. Ähnlich wie vor St. Martin in Richrath sollen farbige Steine Konturen erkennbar machen, sagt Klein. "Wegen des landwirtschaftlichen Betriebs auf Haus Bürgel darf diese Fläche natürlich nicht stören. Deshalb müssen die Steine von Landmaschinen befahrbar sein." Der Projektantrag beim LVR für das mit 12 000 Euro veranschlagte Vorhaben sei gestellt. "Wir hoffen auf den Zuschlag Anfang 2016 und würden die Sache danach schnell durchziehen."

Einen mit den Kapellen-Fundamenten 2014 ausgegrabenen so genannten Matronenstein aus der Römerzeit nahmen die Bodendenkmalpfleger zur Auswertung mit in die LVR-Außenstelle Overath. Deren Leiter Dr. Erich Claßen stellte in Aussicht, diesen mit einer lateinischen Inschrift versehenen und mit Füllhörnern verzierten Weihestein aus dem 2./3. Jahrhundert Haus Bürgel als Leihgabe zu überlassen.

Vielleicht ja für den erhofften neuen Ausstellungsraum. "Die Statik im Obergeschoss des Pferdestalls muss noch geprüft werden", sagt Klein. Zudem liefen noch Abstimmungsgespräche mit Stiftung, Stadtverwaltung und den beiden anderen Nutzern von Haus Bürgel (Biologische Station und Kaltblutpferdezüchter Reuter).

Der IG-Vorsitzende, der wie seine Vorstandskollegen ehrenamtlich tätig ist, bekommt in zwei Wochen einen neuen Geschäftsführer an die Seite gestellt. Bislang bekleidet diesen aus der Monheimer Stadtverwaltung nebenher besetzten Geschäftsführer-Posten Georg Mittmann. Weil der städtische Rechnungsprüfer aber häufig von Mettmann aus arbeitet, steht nach Auskunft von Bürgermeister Zimmermann ein Wechsel bevor: Im Büro von Tourismusmanagerin Maximiliane Richtzenhain trete zum 1. Oktober ein zweiter Mitarbeiter seinen Dienst an. "Mit einer Drittel-Stelle wird er Geschäftsführer von Haus Bürgel sein. Und er kümmert sich dann gemeinsam mit dem IG-Vorstand um die räumliche und inhaltliche Erweiterung wie auch um längere Öffnungszeiten."

Quelle: RP
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