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Langenfeld
Messe für Frauen mit Ambitionen

Langenfeld: Messe für Frauen mit Ambitionen
"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die größte Hürde für Frauen ", meint Corinna Watterlohn aus Langenfeld. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. Langenfelder Unternehmerinnen präsentieren sich im Rathaus - und werben für mehr Mut, Selbstbewusstsein und Entschlossenheit im Berufsleben. Sie unterschätzen häufig ihre Kompetenzen. Von Dorian Audersch

Mit den typischen Rollenklischees von Mann und Frau hat Corinna Watterlohn nicht viel am Hut. Sie ist längst eine erfolgreiche Unternehmerin. Als Diplom-Ingenieurin für Bauphysik, Wärme- und Schallschutztechnik hat sie verschiedene Kunden - von Architekturbüros bis zur Verbraucherzentrale. Außerdem ist sie zweifache Mutter und Vorsitzende des Vereins Fachwerk, in dem sich Unternehmerinnen aus Langenfeld organisieren, um ein gut funktionierendes Netzwerk für Unternehmerinnen zu bilden.

In Kooperation mit der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Diana Skrotzki organisiert der Verein am 19. September eine Messe unter dem Motto "Frauen - Vielfalt im Beruf". Im Foyer des Rathauses präsentieren sich dann verschiedene Unternehmerinnen. Fachvorträge runden das recht vielschichtige Angebot ab.

"Wir wollen zeigen, dass es auch in Langenfeld viele erfolgreiche Frauen gibt - und gleichzeitig für mehr Selbstbewusstsein werben", sagt Watterlohn. Der inoffizielle Leitspruch der Messe sei daher: "Stellt euer Licht auf den Scheffel!" Viele Frauen seien immer noch in alten Rollenbildern verhaftet, meint Skrotzki. "Es ist als Frau nicht üblich, sich mit Fähigkeiten und Verdiensten zu brüsten", sagt sie. "Ein Ziel der Messe ist es deshalb auch, das zu ändern." Dabei gehe es freilich nicht um Angeberei oder Selbstgefälligkeit.

"Frauen sollten im Beruf entschlossen, mutig und selbstbewusst agieren", findet die Gleichstellungsbeauftragte. Das seien nach wie vor "typisch männliche" Eigenschaften. "Frauen neigen hingegen oft zum Tiefstapeln und unterschätzen ihre Kompetenzen. Das wollen wir ändern und einen Weg aus den Rollenbildern suchen."

Die Messe besteht aus verschiedenen Workshops in den Räumen des Rathauses. Das Themenspektrum ist vielfältig. Bewerbungen, Buchführung und betriebliche Gesundheitsvorsorge werden ebenso beleuchtet, wie Traumaverarbeitung, Ausstrahlung, Belastbarkeit sowie Zeit- und Selbstmanagement. Auch das Thema Minijob steht auf der Agenda - inklusive aller Chancen und Risiken.

Die Frage, was die größte Hürde für Frauen im Berufsleben ist, beantwortet Watterlohn ohne zu zögern: "die Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Noch immer sei es ein riesiger Kraftakt, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen. Ohne flexible Arbeitszeiten und einen Partner, der sich voll einbringt, ist es ihrer Ansicht nach nahezu unmöglich, beruflichen und privaten Erfolg zu vereinen. "In dieser Hinsicht muss sich noch vieles in Deutschland ändern", meint die junge Unternehmerin aus Langenfeld.

Kindertagesstätten mit längeren Öffnungszeiten, mehr Entlastung und Hilfe für Familien und eine viel flexiblere Regelung der Arbeitszeit in den Firmen sei unbedingt notwendig - für beide Elternteile. "Außerdem ist es wichtig, dass sich Frauen besser vernetzen und gemeinsam für ihre Interessen eintreten."

Quelle: RP
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