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Langenfeld/Monheim
Messen lassen Hoteliers jubeln

Langenfeld/Monheim: Messen lassen Hoteliers jubeln
Kristijan Beslic, Geschäftsführer des Langenfelder Hotels am Berliner Platz, weiß um den Lagevorteil zwischen den Messestädten. FOTO: Matzerath
Langenfeld/Monheim. Das heimische Gastgewerbe erwartet gute Geschäfte. Während der Düsseldorfer Drupa sind manche Langenfelder und Monheimer Hotels ausgebucht. Übernachtungspreise werden in solchen Spitzenzeiten teils kräftig erhöht. Von Martin Mönikes

Andreanna Zioga muss nicht lange nachdenken: "Zur Drupa im Mai sind wir ausgebucht", sagt die Direktorin des Langenfelder Hotels Mondial auf die Frage nach den Geschäften im Allgemeinen und anlässlich der alle vier Jahre in Düsseldorf stattfindende Druck- und Papier-Messe im Besonderen. Nicht nur die 66 Zimmer des von Zioga seit acht Jahren geführten 4-Sterne Hauses in Immigrath sind besonders in Messezeiten nachgefragt.

Stammgäste buchen für 2016

Auch die 83 Zimmer des Achat-Hotels in Monheim füllen sich regelmäßig mit Geschäftsreisenden und Messebesuchern. "Durch einige Neueröffnungen im 2- bis 3 Sterne-Segment in Köln und Düsseldorf profitieren wir nicht mehr von den kleinen Messen", sieht Peter Humberg, Direktor des Achat-Hotels die Lage etwas kritischer. Die Drupa sei insofern eine besondere Gelegenheit, bestätigt er. "Die Stammgäste werden jetzt schon erneut für 2016 buchen."

Auch Kristijan Beslic, kroatischer Geschäftsführer des Langenfelder Hotels am Berliner Platz, weiß um den Lagevorteil zwischen den Messestädten, "perfekt mit S-Bahn-Stationen und Autobahnanschluss". Sein mit neun Räumen noch relativ kleines Hotel sei "von montags bis freitags eigentlich immer ausgebucht". Er ist vom Standort überzeugt und plant, unter Einbeziehung von Nachbarhäusern, langfristig die Erweiterung auf mehr als 40 Zimmer. Beslic, der im Hotel Lohmann ausgebildete Hotelfachmann, erinnert gerne an die Historie des Berliner Platzes als Standort der früheren Poststation.

In Spitzenzeiten werden auch im Südkreis Mettmann die Kapazitätsgrenzen erreicht, bestätigen die Hoteliers. "Wir helfen in Notfällen sogar aktiv bei der Suche", sagt Beslic. Von der Krise vor drei Jahren (Winter 2008/2009 mit 45,5 Prozent geringerer Zimmerauslastung) habe sich die Branche zwar erholt. "Doch hat sich das Buchungsverhalten von Geschäftsleuten dauerhaft geändert", beschreibt Zioga aus Sicht des Hotels Mondial. "Die Gäste verweilen kürzer und es wird nicht sofort fürs nächste Jahr gebucht."

Auch Humberg beobachtet, "dass sich Firmen auf die Messekernzeiten beschränken". Dazu komme, dass infolge Internet manche Informationen auch ohne persönlichen Messebesuch möglich sind.

Höhere Preise zu Spitzenzeiten

Ein für Besucher unschönes Thema bleibt die Preisgestaltung in Spitzenzeiten. "Hotels leben von Messen", räumt die Mondial-Chefin ein. Sie erinnert an die 500 000 Beschäftigten im Gewerbezweig und "die Notwendigkeit ständiger Investitionen". Der nach ihren Angaben seit sechs Jahren unveränderte Einzelzimmer-Preis beträgt 77 Euro mit Frühstück, "während der 14-tägigen Drupa wird es mehr sein". Weniger bedeckt gibt sich Humberg; im Achat übernachten die Messegäste während der Drupa für maximal 180 Euro. Wem das eingeschränkte Angebot eines Hotel garni ausreicht, bezahlt am Berliner Platz seit 2008 68 Euro (mit Frühstück), "bei der Drupa einige Euro mehr, ich will es nicht übertreiben", sagt Beslic.

Langenfeld und Monheim bieten keine touristischen Höhepunkte, am Wochenende sind es meist Angehörige, die zu Familienfeiern wie runden Geburtstagen, Hochzeiten oder bei Krankenbesuchen in den hiesigen Hotels Unterkunft suchen, und meistens finden (es sei denn, es ist Drupa).

Ausnahmen bestätigen die Regel: Voriges Wochenende freute sich Humberg über ein fast ausgebuchtes Monheimer Achat-Hotel. "55 000 Zuschauer wollten Klitschko in Düsseldorf boxen sehen. Sogar eine Gruppe aus der Ukraine war bei uns zu Gast."

Quelle: RP
 
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